Einmal arbeitslos, immer arbeitslos. Seit Längerem ist bekannt, dass Schwierigkeiten im Beruf sich oft über das gesamte Leben fortsetzen. Doch die Chancenlosigkeit überträgt sich sogar von Generation zu Generation, wie eine Studie aus Halle zeigt.

Das ist für den Sozialstaat ein beschämendes Zeugnis. Wenn er Kindern in sozial schwierigen Verhältnissen keine Aufstiegsmöglichkeiten bietet, versagt er bei der Aufgabe, Chancen- und Leistungsgerechtigkeit herzustellen.

Die Mängel sind nicht neu. Auch was Abhilfe schaffen kann, ist kein Geheimnis. In erster Linie muss das Bildungssystem dafür sorgen, dass Jungen und Mädchen ohne massive Unterstützung aus dem Elternhaus ihr Potenzial ausschöpfen können. Dass dies nur unzureichend gelingt, ist wohl noch immer das größte Defizit des deutschen Wohlfahrtsstaats.

Der Ausbau der Kinderbetreuung schreitet voran, aber die Qualität lässt zu wünschen übrig. Was benachteiligte Kinder in jungen Jahren nicht aufgeholt haben, lässt sich später nur mit enormem Aufwand kompensieren. Diese an sich banale Einsicht muss gerade in Zeiten des Flüchtlingszustroms zur obersten Leitlinie der Politik werden.

Umso ärgerlicher ist, dass die Koalition den Etat für das sinnlose Betreuungsgeld nicht zu 100 Prozent für Kitas einsetzt, sondern die Mittelverwendung ins Belieben der Länder stellt. Der Unsinn darf weitergehen – den Preis zahlen die Kinder der Arbeitslosen.