Die Gewalttaten auf dem Kölner Bahnhofsplatz, wo Frauen sexuell belästigt, bedroht und ausgeraubt wurden, haben das Land erschüttert. Wir erleben zwar die üblichen, reflexhaften Reaktionen: Die Politik verlangt schärfere Gesetze, die Opposition warnt davor, nicht alle Menschen mit Migrationshintergrund zu diffamieren, es wird über das Polizeiversagen, das politische Versagen, das Versagen des Staates diskutiert. Und doch ist etwas anders. Die Ereignisse von Köln markieren das Ende der Willkommenskultur der vergangenen Monate. Hoffentlich.

Wer sich erinnert an die klatschenden und Luftballons schwenkenden Menschen am Münchner Hauptbahnhof, an die fast ausgelassene Stimmung gegenüber den ankommenden Flüchtlingen, dem muss die Szenerie, die schon damals von grenzenloser Naivität geprägt war, gespenstisch vorkommen. Köln war ein brutaler Realitätsschock. Wer es bis dahin noch nicht wusste, dem wurde gewaltsam klar gemacht: Es kommen nicht nur gute Menschen. Es kommen nicht nur hilfesuchende Flüchtlinge. Was sich dort über Stunden zwischen Polizei und den mehreren Tausend meist jungen Männern abspielte, gibt eine Realität wieder, vor der wir nur zu gern die Augen verschließen wollen. Dort agierten Menschen, die unsere Gesellschaft, ihre Regeln, ihre Gesetze nicht respektieren. Im Gegenteil. Sie haben sich darüber lustig gemacht.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.