Wie sich die Bilder gleichen: Häuser und Autos brennen, Polizisten fliehen vor Steine werfenden Demonstranten, die schwer bewaffnete Nationalgarde rückt in die Stadt ein. So sah es am Montag in Baltimore aus, nachdem anfangs friedliche Proteste gegen Polizeigewalt eskalierten – und so hat es vor wenigen Monaten in Ferguson ausgesehen. In beiden Fällen entlud sich die Wut über eine Polizei, die Schwarze systematisch diskriminiert. In Ferguson erschoss ein Polizeibeamter den jungen unbewaffneten Afroamerikaner Michael Brown ohne zwingenden Grund, in Baltimore starb der junge Schwarze Freddie Gray an einer Verletzung der Wirbelsäule, die ihm vermutlich Polizisten bei der Verhaftung zufügten. Sie ignorierten seine Hilferufe entgegen ihrer Vorschriften.

Erinnerung an Rassendiskriminierung

Diese Vorfälle passen in ein Muster: Übertriebene Polizeigewalt gegen Schwarze grassiert seit langem in den USA. Manche Experten fühlen sich schon an die Rassendiskriminierung der 60er-Jahre erinnert. Der gerade aus dem Amt geschiedene Justizminister Eric Holder hat deshalb zu Recht so viele Ermittlungsverfahren gegen Polizeibehörden eingeleitet wie keiner seiner Vorgänger und Reformen initiiert. Denn nur wenn die Polizisten sowohl besser kontrolliert als auch besser ausgebildet und ausgestattet werden, können sie ihrer Aufgabe gewachsen sein.