Ein Hilferuf wäre nötig, aber niemand traut es sich, laut und vernehmlich zu rufen: „Wir sind gescheitert.“ Am 21. Dezember 2007 fielen die Personenkontrollen an der Grenze zu Polen endgültig weg. Seither hat sich die Zahl der Autodiebstähle im direkten Grenzgebiet mehr als verdreifacht. Die Öffnung der EU nach Osten ist ein Segen für Reisende und Handelstreibende, aber der Wegfall der Grenzkontrollen ist auch ein Geschenk für Kriminelle. Die stellen zwar eine extreme Minderheit im grenzüberschreitenden Verkehr dar, aber sie sind es, die die gute Laune verderben.

Nun will Brandenburg die Grenzkontrollen so weit verschärfen, wie es das EU-Recht zulässt. Das heißt: Es wird mehr Stichproben geben, aber keine Dauerkontrollen. Das wird vielleicht helfen, aber das Problem nicht lösen. Denn Brandenburg hat gar nicht genug Polizisten, um alle verdächtigen Fahrzeuge entlang der Grenze zu kontrollieren. Außerdem ist es bei Weitem kein alleiniges Brandenburger Problem.

Die Mafiabanden stehlen die Autos nicht nur im Grenzgebiet, sondern überall in Westeuropa und bringen sie dann zu ihren „Bestellern“ nach Osten. Damit diese Dimension aber endlich auch der Rest von Deutschland und Europa begreift, müsste Brandenburg laut und vernehmlich rufen: „Wir allein sind gescheitert. Liebe Bundesregierung, schicke uns mehr Bundespolizei und mehr Zöllner.“ Doch Brandenburg schweigt.