Möglicherweise hat die Welt etwas gelernt aus Ruanda und Srebrenica. Diese Namen markieren zwei Fälle kollektiven Versagens in der jüngeren Geschichte, zwei Fälle des Wegschauens der internationalen Gemeinschaft von Völkermord und Kriegsverbrechen, die sich in aller Öffentlichkeit abgespielt haben. Die wenn auch zuerst zögerliche Reaktion auf die unfassbaren Greueltaten der Islamisten im Irak zeigt nun ein anderes Bild.

Ein bis dato völlig unwahrscheinliches Bündnis, das an seinen Extremen auf der einen Seite den Präsidenten der USA mit seinen Soldaten und auf der anderen Guerillakämpfer der kurdischen PKK sieht, stellt sich den Mördern der Terrororganisation Islamischer Staat in den Weg.

Auch in Deutschland findet sich jetzt erstmals eine Koalition von Politikern der Union bis zu solchen der Linken, die Waffenlieferungen an die kämpfenden Kurden befürwortet. Vor allem für die Linke bedeutet das einen Kulturbruch. Kriege lösen keine Probleme sondern schaffen sie erst, lautet ihre Grundhaltung.

Das stimmte auch im Irak, wo die USA mit ihrem Einmarsch 2003 erst vieles von dem Unheil ausgelöst haben, das beseitigen zu wollen sie vorgaben. Auch dadurch ist nun aber eine Situation entstanden in der klar ist: der Verzicht auf militärische Gewalt wäre im Kampf gegen die Terrorgruppe Islamischer Staat fataler als ihr Einsatz.