In Hamburg erteilte die Polizei einem Mann einen Platzverweis, weil er während einer Demo gegen den Gaza-Krieg wiederholt „Israel“ rief. In Duisburg stürmten Beamte eine Wohnung, weil in einem Fenster eine Israelfahne hing. In Berlin-Köpenick ordnete die Polizei an, dass Fußballfans eine Israel-Fahne entfernen.

In den ersten beiden Fällen spielte sich alles am Rande von Palästinenser-Demonstrationen ab. Im dritten Fall hatten Fans vom FC Ingolstadt die Fahne mit dem Davidstern ausgebreitet, um beim Spiel gegen den 1. FC Union Berlin am vergangenen Sonntag einen ihrer Spieler anzufeuern, der Israeli ist.

In deutschen Stadien werden kosovarische oder holländische Fahnen gezeigt, um Spieler zu unterstützen, die aus einem dieser Länder stammen. Die Entfernung der Israelfahne ordnete der Einsatzleiter aus Gründen der Gefahrenabwehr an. Er fürchtete wohl, Horden provozierter Palästinenser würden Köpenick heimsuchen.

Die meisten Unioner – ob Verein oder Fans – begreifen nicht, was die Polizeiaktion sollte. Sie wollen keine Politik im Stadion, und es war klar, dass mit der Fahne keine Politik gemacht werden sollte. Es beruhigt, dass sich der Polizeipräsident für seinen Einsatzleiter schnell entschuldigt hat und auch der Innensenator verärgert ist. Ob das genügt, um das Bild geradezurücken von der deutschen Polizei, die im Davidstern eine Provokation sieht, bleibt dahingestellt.