Es wurde versucht, Peer Steinbrück zu erpressen. Mit einer angeblichen Vergangenheit. Und hässlichen Details. Es geht darum, dass er in einem früheren Finanzministerleben höchst selbst an der Deregulierung des Bankensystems beteiligt und an der Ausweitung des Niedriglohnsektors – halt, stopp, falsch – das heißt, im Grunde richtig, aber eben nicht Gegenstand der Erpressung.

Nein, ein Unbekannter drohte mit der Ruchbarmachung eines rufschädigenderen Delikts: Für Steinbrück soll eine Putzfrau gearbeitet haben. Vor 14 Jahren. Schwarz. Böser kann man einen deutschen Politiker nicht verdächtigen – außer man bezichtigt ihn, er habe beim Münchner Oktoberfest fünf Maß Bier und einmal Ponyreiten geschnorrt.

Diese „Schmutzkampagne“ (Sigmar Gabriel) trifft die arme SPD ausgerechnet jetzt, da sie sich noch kaum von der letzten perfiden Denunziation erholen konnte: Gerade erst hat Angela Merkel die Partei als europapolitisch „total unzuverlässig“ verunglimpft. Lüge. Lüge. Lüge. Was für ein grober Undank! Die Sozialdemokraten waren der Kanzlerin als Opposition gefälliger als die FDP im Kabinett. Welch infame Merkelgemeinheit!

Der traumatische Stress ist stark ob dieser Kränkung. Andrea Nahles fing neulich im Bundestag unvermittelt zu singen an. Die SPD steht kurz vor dem Kollaps. Jetzt muss jetzt nur noch einer behaupten, Willy Brandt wäre gar kein treuer Ehemann gewesen.