In den USA steht eine neue Mega-Fusion an: Der Medizintechnik-Riese Medtronic will laut Medienberichten den Konkurrenten Covidien für 40 Milliarden Dollar übernehmen. Bemerkenswert dabei: Interessant ist Covidien für Medtronic weniger oder nicht nur wegen seiner Produktpalette, sondern wegen seines Firmensitzes: Irland, Europas Steuerparadies. Während in den USA Firmen auf ihre Gewinne 35 Prozent Steuern zahlen müssen, sind es in Irland nur 12,5 Prozent, und auch dieser Satz lässt sich durch komplizierte Rechts-Konstruktionen weiter senken. Apple, Fiat, Facebook, Google, Ikea und andere machen das vor.

Nach der Übernahme von Covidien könnte Medtronic durch eine so genannte „Tax-Inversion“ seinen Firmensitz nach Irland verlagern und dadurch kräftig Steuern sparen – immerhin hat der Konzern 14 Milliarden Dollar Bargeld außerhalb der USA geparkt, die er versteuern müsste, wenn er das Geld heimholt. Die Zahl der US-Unternehmen, die diesen Weg beschritten haben, beläuft sich bereits auf 44.

Im Zuge der Weltfinanzkrise sind die Schulden in fast allen Industrieländern explodiert. Die Zeche zahlen bislang vor allem die Arbeitnehmer und Konsumenten, zum Beispiel durch höhere Mehrwertsteuern wie in Irland. Das geht nicht an. Über eine Harmonisierung der Steuerregeln und -sätze müssen gerade die europäischen Staaten dafür sorgen, dass zumindest die erfolgreichen Unternehmen ihren Anteil zahlen.