Es ist schon erstaunlich, wie nahe Vernunft und Dummheit bei der Deutschen Telekom beieinander liegen. Vernünftig ist es, die DSL-Tarife umzubauen und nicht nur die Übertragungsgeschwindigkeit, sondern auch die Datenmenge zu berücksichtigen. Das bringt mehr Gerechtigkeit. Denn es bedeutet: Wer mehr Daten abruft, muss auch mehr zahlen. Ziemlich dumm war, wie die Telekom die neuen Tarife zunächst stricken wollte. Völlig unakzeptabel war, dass die Geschwindigkeit so stark gebremst werden sollte, dass es einer Teilstilllegung des Internetanschlusses gleichkam. Doch der Konzern zeigt Lernfähigkeit, vor allem will er künftig deutlich weniger stark bremsen. Gut so.

Reichlich dumm wäre aber, wenn die T-Manager an ihrer Idee festhalten, im Zuge der neuen Tarife eine Reihe von Diensten zu privilegieren, indem ihnen auf der Datenautobahn eine Art Überholspur eingerichtet wird. Wobei Entertain, das TV-Angebot der Telekom, hier ausgeklammert  werden muss, denn es handelt sich um nichts anderes als konventionelles Kabelfernsehen, das nur über die Telefonleitung transportiert wird.      

Höchst problematisch wird das Thema  Privilegierung aber künftig bei konzerneigenen und fremden Diensten, die Spielfilme auf Abruf bieten.  Auch Youtube könnte für einen solchen „Managed Service“ relevant werden. Davon sollte die Telekom die Finger lassen, denn das ist nicht durchsetzbar. Wettbewerbshüter müssen dies den Bonnern verbieten, da es sich um einen Verstoß gegen die Netzneutralität handelt, die Netzbetreibern vorgibt, Daten diskriminierungsfrei zu transportieren.