Einfach war die Situation für Europas Regierungschefs nicht. Eigentlich konnten sie auf dem Sondergipfel zur Ukraine nur verlieren. Russland verweigert sich beharrlich jedem ernsthaften Dialog, aber noch mochte die EU nicht mit strengen Maßnahmen antworten. So blieb es auf dem Treffen bei harten Worten, sanften Sanktionen und scharfen Drohungen. Als symbolischer Beistand blieb einzig eine Finanzhilfe für die Ukraine. Geld und Hoffnung – mehr hat Europa derzeit nicht zu bieten.

Das ist wenig. Zum einen, um der Ukraine zu helfen. Zum anderen, um Russlands Staatschef Wladimir Putin zu beeindrucken. Auch die Binnenwirkung dieses Treffens sollte im heraufziehenden Europawahlkampf nicht unterschätzt werden. Die Europakritiker von Geert Wilders bis Peter Gauweiler sehen sich in ihrem Papiertiger-Vorurteil bestätigt. Die EU produziere nur fein formulierte Papiere, könne aber ansonsten wenig erreichen. Diejenigen, die an die europäische Idee noch glauben, sind enttäuscht vom geringen außenpolitischen Gewicht, das die EU in der aktuellen Lage gegenüber Russland aufzubringen vermag.

Europa hat sich erstmal vertagt – bis zum nächsten Gipfel in zwei Wochen. Russlands Präsident Putin schafft auf der Krim aber erstmal weiter Fakten. Die EU war immer stolz, auf ihre Friedensidee. Im Krim-Konflikt drohen nun alle zu verlieren. Die Ukraine und Europa. Eine klassische Lose-Lose-Situation nennt man das wohl.