Inzwischen gleichen die Treffen der vier Außenminister Frankreichs, Deutschlands, Russlands und der Ukraine in Berlin wenig vergnüglichen Pokerrunden. Dreimal ist man in dieser Besetzung zusammengekommen, dreimal ohne ein Ergebnis, das spürbar, vor allem aber haltbar gewesen wäre.

Das mag vor allem daran liegen, dass einer der Beteiligten ein ebenso begabter wie skrupelloser Spieler ist. Da er mit drei Partnern an einem Tisch sitzt, die sich beharrlich weigern, nach russischen Regeln zu spielen, dürfte allerdings auch Sergej Lawrow bald den Spaß am ausreizen seiner Karten verlieren.

Wenn der deutsche Außenminister am Ende erklären muss, die Meinungsverschiedenheiten hätten deutlich gemacht, wie schwer ein Fortschritt zu erreichen ist, dann darf man davon ausgehen, dass es sich beim Ergebnis vom Montag tatsächlich um einen Rückschritt handelt. Das ist ärgerlich, vor allem für die Mediatoren, Frankreichs Außenminister Laurent Fabius, der derzeit auch andernorts gefragt ist, und Frank-Walter Steinmeier selbst.

Ihm ist das Scheitern der Verhandlungen nicht anzulasten. Sicher auch nicht dem Ungeschick des ukrainischen Premiers, der seine Äußerung über eine „sowjetische Invasion“ inzwischen korrigiert hat. Gescheitert ist der russisch-ukrainische Gipfel an der Weigerung Moskaus, sich als Kriegspartei zu erkennen zu geben.