In den bunten Balkengraphiken, mit denen die Medien die Wahlergebnisse vom Sonntag darstellen, fehlt auch diesmal wieder die größte aller Parteien, die PdN (Partei der Nichtwähler). So sehr die Woidkes, Schieracks und Gaulands auch über ihre Wahlergebnisse strahlen: Nach dem vorläufigen Wahlergebnis repräsentieren sie nur die Hälfte der rund zwei Millionen Wahlberechtigten Brandenburgs. In Thüringen sieht es nicht viel besser aus. Was die andere, schweigende Hälfte der Wählerschaft, rund eine Million Menschen, in Brandenburg politisch will, hat sie nicht per Wahlzettel mitgeteilt.

Das ist nachteilig für die Legitimation der Demokratie, bringt sie aber nicht sofort um, wie das Beispiel der USA mit ihrer traditionell niedrigen Wahlteilnahme zeigt. Dieser Tage werden uns die Experten sicher erklären, dass Nichtwählen in der Uckermark mit wenig und in Potsdam mit viel Wohlstand korrelliert. Und dass die Politiker ihre Politik ändern müssen, damit der Wähler seine berühmt-berüchtigte Politikverdrossenheit aufgeben kann. Die ist oft nichts anderes als Denkfaulheit und Bequemlichkeit, Zeitung zu lesen, sich über die Parteien (und sei es die AfD) zu informieren, sich vom Sofa zu erheben und ins Wahllokal zu laufen. Es ist die Haltung des Untertanen. Nicht die Parteien, die Wahlverweigerer selbst machen sich mit dieser kindisch-trotzigen Haltung vollends zum Objekt von Politik.