Wann gibt es das schon - parteiübergreifenden Jubel im Bundestag? Frauen aus allen Fraktionen haben im Frühsommer dieses Jahres Historisches errungen: Die Quote für Frauen bei der Besetzung von Führungspositionen.

Doch das Gesetz ist noch nicht in Kraft, da zeigt sich schon, dass viele Unternehmen nicht dran denken, es einzuhalten. Sie nutzen schamlos die Spielräume, die es bietet. "Zielgröße Null" heißt es da, wo das Gesetz ihnen Freiwilligkeit bei der Besetzung von Führungspositionen mit Frauen einräumt: Null Frauen.

Freiwilligkeit, liebe Herren Unternehmer, ist ein Vertrauensvorschuss. Er unterstellt Gutwilligkeit und die Einsicht, dass jedes Unternehmen besser geführt wird, wenn in den Führungsetagen Vielfalt herrscht. Vielfalt zwischen den Geschlechtern, aber auch Vielfalt im Alter, in der Herkunft, in der Nationalität. Nicht alle, aber viele Unternehmen haben  diesen Vertrauensvorschuss schon heute verspielt.

Ein Gesetz ist mehr als kein Gesetz

Das tun sie im übrigen schon seit 40 Jahren, denn so alt ist die jüngere Debatte um die Quote. Schon Rita Süßmuth, streitbare und unerschrockene Familienministerin unter Kanzler Kohl in den Achtzigerjahren wusste, dass es ohne verbindliche Quote nicht geht. Und auch ihr wurde schon versprochen: Wir tun was, aber freiwillig.

Das wussten im Grunde alle (Frauen), die im vergangenen Sommer dieses Gesetz durch den Bundestag gekämpft haben. Sie wussten aber auch: Ein Gesetz ist mehr als kein Gesetz. Jetzt geht es darum, es besser zu machen.