Materieller Wohlstand, berufliche Perspektiven, gute Schulbildung für die Kinder – wohl noch nie zuvor in der deutschen Geschichte haben so viele Menschen die Voraussetzungen dafür vorgefunden, ein sicheres und zufriedenes Leben zu führen. Trotz erheblicher politischer Turbulenzen und einer anfälligen Weltwirtschaft geht es den Menschen in Deutschland besser denn je, und sie sehen das auch so.

Laut einer Umfrage des Instituts für Demoskopie in Allensbach im Auftrag des Versicherungsverbands GDV bezeichnen 91 Prozent der Befragten zwischen 30 und 59 Jahren die Lebensqualität in Deutschland als gut oder sehr gut. Ihre eigene Situation schätzten immerhin 76 Prozent positiv ein. Mehr Selbstzufriedenheit war selten.

Aber das wohlige Lächeln der Satten macht verdächtig. „Es geht mir gut“, sang einst Marius Müller-Westernhagen und lenkte damit doch nur den Blick auf eine saturierte Trägheit: „Keine Ahnung, keine Meinung, kein Konzept/keine Lust, um aufzusteh'n.“ Sorgen bereitet unterdessen der Blick auf die größer werdende Gruppe der Unzufriedenen an den Rändern.

Gut ein Fünftel der 30- bis 59-Jährigen fühlt sich abgehängt, vor allem Menschen mit geringem Einkommen sehen für ihre Zukunft eher schwarz. Und kleiner Teil dieser Gruppe ist bereits so weit, sich selbst als Pack zu bezeichnen. Die Zukunft einer Gesellschaft aber wird davon abhängen, was die Satten für diese zu tun bereit sind.