BERLIN, 9. Januar. Der Umstrukturierungsprozess bei der Bankgesellschaft Berlin geht weiter. Parallel zur Konzentration des Kunden- und Filialgeschäfts aller Konzernmarken (Sparkasse, Berliner Bank, Allbank, Weberbank) bei der Landesbank Berlin sowie des Großkunden- und Kapitalmarktgeschäfts bei der Holding sind die Vorbereitungen zur Ausgliederung der Investitionsbank (IBB) angelaufen. Die IBB ist aus dem Wohnungsbauvermögen des Landes Berlin hervorgegangen, das 1993 treuhänderisch in die Landesbank eingebracht wurde. Die Investitionsbank ist bislang eine eigenständige Abteilung innerhalb der Landesbank und widmet sich neben der Förderung des Wohnungsbaus zunehmend der Betreuung der Wirtschafts-, Umweltschutz- und Technologie-Förderungsprogramme der öffentlichen Hand. In ihrer Koalitionsvereinbarung haben die Berliner Regierungsparteien vereinbart, die IBB zu einer eigenständigen Landesstrukturbank auszubauen. Vor diesem Hintergrund hat sich die IBB bereits bei diversen Wirtschaftsförderungseinrichtungen des Landes wie dem Filmboard Berlin-Brandenburg oder der Berlin Tourismus-Marketing GmbH engagiert. Der Verwirklichung dieses Ziels diente zuletzt auch der Kauf der Gewerbesiedlungsgesellschaft (GSG), über die vor allem kleinen und mittleren Betrieben verbilligte Gewerberäume zur Verfügung gestellt werden. Vom WestLB-Streit nicht betroffen Bislang steht das Eigenkapital der IBB, das frühere Wohnungsbauvermögen des Landes, allerdings auch der Landesbank und damit der Bankgesellschaft zur bilanziellen Nutzung zur Verfügung. Das bedeutet: Das IBB-Treuhandvermögen konnte wie haftendes Eigenkapital zur Ausweitung des Geschäftsvolumens des gesamten Bankgesellschaftskonzerns genutzt werden. Wie die Bankgesellschaft versicherte, werde dieses Kapital der IBB allerdings zu marktüblichen Konditionen verzinst, so dass die Wettbewerber - anders als im Fall der Westdeutschen Landesbank (WestLB) - an dieser Konstruktion bislang keinen Anstoß genommen hätten.Es ist allerdings nicht auszuschließen, dass im Zuge der Wettbewerbsauseinandersetzungen der WestLB mit der EU-Kommission auch die Landesbanken der anderen Bundesländer gezwungen werden, die jeweils eingebrachten und analog genutzten Sondervermögen der Länder wieder aus den öffentlich-rechtlichen Geldinstituten auszugliedern.Vor diesem Hintergrund gab es innerhalb der Bankgesellschaft keinen nennenswerten Widerstand gegen die in erster Linie von Wirtschaftssenator Wolfgang Branoner (CDU) vorangetriebenen Strukturbank-Ambitionen. Nach Informationen der "Berliner Zeitung" richtet sich die Bankgesellschaft stattdessen darauf ein, ihr bislang durch das IBB-Treuhand-Vermögen abgedecktes Geschäft neu zu unterlegen. Zwar geht man davon aus, dass auch eine ausgegliederte Landesstrukturbank wesentliche Teile ihres Geschäfts über die Bankgesellschaft Berlin abwickeln wird. Dennoch könne es nötig sein, etwa in Form bilanziell nicht auszuweisender Anleihen Ersatz zu schaffen. IBB-Chef Bernd-Peter Morgenroth will sich derzeit nicht dazu äußern, wann und zu welchen Konditionen die IBB konkret aus der Landesbank ausgegliedert wird. Und das nicht grundlos. Innerhalb der Berliner Politik formiert sich neuerdings Widerstand gegen das Landesstrukturbank-Modell. Eine Expertenkommission unter Vorsitz des CDU-Bundestagsabgeordneten Rupert Scholz bescheinigte der IBB Ende letzten Jahres mangelnde Effizienz bei der Wirtschafts- und Strukturförderung und empfahl dem Senat statt eines Ausbaus die schnelle Liquidierung der Investitionsbank.IBB-Ausgliederung // Innerhalb der Bankgesellschaft laufen die Vorbereitungen zur Ausgliederung der Investitionsbank (IBB). Deren Eigenkapital, das frühere Wohnungsbauvermögen des Landes Berlin, konnte der Konzern bislang zur Ausweitung der eigenen Geschäftsaktivitäten nutzen.Wirtschaftssenator Branoner (CDU) will die IBB in eine Landesstrukturbank umwandeln. Andere Politiker wie der CDU-Bundestagsabgeordnete Rupert Scholz plädieren für die ersatzlose Liquidierung der IBB.Als Ersatz für das IBB-Treuhandvermögen kommt für die Bankgesellschaft die Ausgabe zusätzlicher Anleihen in Betracht.