Die Berliner Elektro Holding AG rechnet nach einem schwierigen Geschäftsjahr 1996 damit, im laufenden Jahr wieder auf Ertragskurs zurückkehren zu können.In den ersten fünf Monaten 1997 stieg der Umsatz der Berliner Elektro-Gruppe im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,8 Prozent auf 706 Millionen Mark. Dieses sei ein deutliches Zeichen für die bereits im vergangenen Jahr erreichte Wende und die Basis für eine positive Ertragsentwicklung, erklärte der Vorstandsvorsitzende des Konzerns, Reinhold Heibel, gestern bei der Hauptversammlung in Berlin.Mit 985 Millionen Mark liege der Auftragseingang von Januar bis Mai 1997 um rund 32 Prozent höher und der Auftragsbestand um 27 Prozent über den Werten von 1996. Für das Gesamtjahr erwarte Heibel "unverändert ein verbessertes operatives Ergebnis sowie einen befriedigenden Konzernjahresabschluß". Den erwarteten Konzernumsatz bezifferte er für 1997 ohne Neuakquisitionen auf 1,7 Milliarden Mark. Im Geschäftsjahr 1996 hatte die Berliner Elektro einen Jahresfehlbetrag von 55,6 Millionen Mark erzielt, der mit außerordentlichen Aufwendungen für die Neuausrichtung des Konzerns und einer hohen Steuerquote begründet wurde. Der Verlust betrug sogar 75 Millionen Mark. Nach einer Entnahme aus den Gewinnrücklagen wurde ein Bilanzgewinn von 10,2 Millionen Mark ausgewiesen, der die Ausschüttung einer reduzierten Dividende von 0,90 Mark je Stammaktie und einer Mark je Vorzugsaktie ermöglichte.Mit der Ausgabe neuer Stammaktien wurde das Kapital der Holding im Frühjahr 1997 um rund 70 Millionen Mark erhöht. Dadurch steige die Eigenkapitalquote von 17 auf knapp 25 Prozent. Zudem erhöhe sich die Flexibilität für Akquisitionen.Im vergangenen Jahr kamen als Neuakquisitionen die Kiepe Elektrik GmbH in Düsseldorf, die Wenzel Elektronik GmbH und die Kimo Industrie Elektronik GmbH hinzu. Hierdurch wuchs vor allem der Unternehmensbereich Verkehrstechnik, der nun etwa 42 Prozent des Gesamtumsatzes erwirtschaftet.Große Probleme gab es 1996 im Bereich Bankentechnik bei der Bode Panzer AG, die einen Verlust von 13 Millionen Mark auswies. Die rückläufige Nachfrage und die geringen Preise in der traditionellen Sicherheitstechnik lassen auch für 1997 kein positives Ergebnis der Konzerntochter erwarten. Die Produktion werde aus diesem Grund fast vollständig nach Tschechien verlegt.Der Gründer und ehemalige Vorstands- und Aufsichtsratsvorsitzende der Berliner Elektronik, Manfred Bernau, schied aus Altersgründen aus dem Aufsichtsrat aus und übergab sein Mandat seinem Sohn Maximilian (30), der in München als Rechtsanwalt arbeitet. Der Aktienbesitz der Familie Bernau beträgt zur Zeit rund 25 Prozent.