Am kommenden Montag, dem 25. März, wird der Komet "Hyakutake" im Abstand von nur 15 Millionen Kilometern an der Erde vorbeiziehen. Für irdische Maßstäbe kein Grund zur Sorge, doch aus kosmischer Sicht ein "Beinahe-Zusammenstoß" - etwa einer in Hamburg abgefeuerten Rakete vergleichbar, die den Berliner Fernsehturm nur um Zentimeter verfehlt. Schmutziger Eisklumpen Der japanische Hobby-Astronom Yuji Hyakutake hatte den Kometen, der, wie es die Tradition will, nun den Namen seines Entdeckers trägt, am 31. Januar entdeckt. Damals war der "schmutzige Eisklumpen" noch 280 Millionen km entfernt; seitdem rauscht der einige Kilometer große Brocken mit 58 Kilometer pro Sekunde auf die Erde zu.Hyakutake ist ein Fremdling in unserem Sonnensystem - im Gegensatz zu solchen guten Bekannten wie etwa dem Halleyschen Kometen. Halley zählt zu den kurzperiodischen Schweifsternen. Diese kreisen in relativ kurzen Bahnen um die Sonne und kehren deshalb schon nach einigen Jahren oder einigen Jahrzehnten wieder. Hyakutake hingegen kommt von weit her, möglicherweise aus der Oortschen Wolke. Diese Kometenwolke, die man in einigen Billionen Kilometer Entfernung weit außerhalb unseres Sonnensystems vermutet, sorgt für den ständigen Nachschub an Kometen. Kern wird aktiv Je näher ein Komet der Sonne kommt, desto heller strahlt er. Der Grund ist einfach: Die Sonne erwärmt den Kometenkern. Er wird "aktiv": Eis verdampft, und Staub löst sich von seiner Oberfläche. Es bildet sich eine ausgedehnte Wolke. Von der Sonne beschienen, macht sie die Helligkeit des Kometen aus.Wie aktiv ist nun Hyakutake? Kundige Leute, wie Peter Stättmayer, Leiter der Münchner Volkssternwarte, können den Kometen bereits seit einigen Tagen mit bloßem Auge sehen. Mit einem Fernglas ist sogar schon der Schweif zu erkennen. "Man muß sich allerdings außerhalb der Stadt befinden und wissen, wo er steht", rät Stättmayer. Hyakutake leuchtet so stark wie die hellsten Sterne; seine Gashülle verwischt allerdings das Bild, so daß er wie ein "Stern mit Hof" aussieht.Entgegen manchen Pressemeldungen fällt Hyakutakes Helligkeit nicht so sehr aus dem Rahmen. Wests Komet, der vor zwanzig Jahren die Erde passierte, war ebenso hell. Am stärksten dürfte Hyakutake am 1. Mai leuchten, wenn er der Sonne am nächsten kommt, doch steht er dann wieder nahe dem Horizont (s. Grafik). Anschließend folgt er einer Bahn, die ihn weit aus unserem Sonnensystem hinausträgt. In etwa 20 000 Jahren, so haben die Astronomen errechnet, könnte er wiederkommen. Der nächste kommt Doch Sternfreunde können getröstet werden, denn Hyakutake bietet nach Einschätzung von Astronomen nur einen Vorgeschmack auf ein weiteres Himmelsschauspiel: Schon im nächsten Frühjahr soll mit dem Kometen Hale-Bopp der hellste Komet dieses Jahrhunderts an der Erde vorbeifliegen. +++