Ob bei Demonstrationen, vor Botschaften, am Tatort eines Verbrechens oder während des Streifendienstes: Ordnungshüter gehören zum Straßenbild. Die Aufgaben der 16000 Vollzugsbeamten der Berliner Polizei sind so facettenreich wie die Stadt, in der sie Dienst tun. Dabei sind nicht allein die etwa 13 000 Beamten der Schutzpolizei tagtäglich im Einsatz, sondern auch rund 3000 Beamte der Kriminalpolizei. Der offensichtlichste Unterschied zwischen Schupo und Kripo: Während Angehörige der Schutzpolizei durch ihre Uniform als Ordnungshüter erkennbar sind, tragen Beamte der Kriminalpolizei Zivil.Doch nicht nur bei der Kleidung gibt es erhebliche Unterschiede. So zeigen die Mitarbeiter der Schutzpolizei auf den Straßen Präsenz. Kriminalbeamte sind dagegen vorwiegend in den Direktionen und dem Landeskriminalamt beschäftigt. "Der Schutzpolizist ist im Außendienst tätig, während der Kriminalbeamte mit der Sachbearbeitung betraut ist und sich deshalb häufiger im Büro aufhält", bringt es Polizeisprecher Burkhardt Opitz auf den Punkt.Zu den klassischen Aufgaben der Schutzpolizisten gehört die Bearbeitung von Ladendiebstählen, aber auch die Schlichtung von Streitigkeiten zwischen Bürgern. Sie nehmen Strafanzeigen auf, suchen nach vermissten Personen und verfolgen Straftäter. Außerdem führen sie Verkehrskontrollen durch und nehmen Unfälle auf. Die Aufgaben der Beamten umfassen damit einerseits die Prävention, anderseits die Erfassung gesetzeswidriger Handlungen, aber auch die Ahndung von Ordnungswidrigkeiten wie Geschwindigkeitsübertretungen im Straßenverkehr. Ein anderes Aufgabenfeld -gerade in der Bundeshauptstadt Berlin -ist der Schutz von Veranstaltungen und Versammlungen. Egal, ob Fußballspiele, Konzerte oder Demos: Immer haben die Beamten in Uniform für Sicherheit und Ordnung zu sorgen. Beamte der Schutzpolizei sind stets als Erste vor Ort -egal ob es sich um einen Unfall, einen Mord oder einen Suizid handelt. "In einem so genannten ersten Angriff, wie wir das nennen, sichern die Kollegen den Tat- oder Unfallort. Wenn nötig fordern sie weitere Einsatzkräfte an", so Opitz.Ist der Tatort abgesperrt, kommt die Kriminalpolizei ins Spiel, genauer gesagt, die kriminalpolizeiliche Sofortbearbeitung. Im Fernsehen wird dieser Teil der Polizeiarbeit auch Kriminaldauerdienst genannt. Die Beamten sichern Spuren und werten sie aus. Außerdem vernehmen sie vor Ort Zeugen und Opfer. Auch die Mitarbeiter der Schutzpolizei übernehmen im Rahmen des so genannten "Berliner Modells" derartige Tätigkeiten.Die Zuständigkeit für die kriminalpolizeiliche Bearbeitung richtet sich nach einem behördenweiten Zuständigkeitskatalog. "Wenn in Berlin eine Leiche aufgefunden wird, kommt die Kripo", erklärt Opitz. Im Bedarfsfall übernehmen Beamte der Kriminalreferate in den sechs Berliner Polizeidirektionen oder den unterschiedlichen Abteilungen des Landeskriminalamts (LKA) die Fälle und ermitteln weiter. Das LKA ist für schwerwiegende Straftaten wie Sexualdelikte, organisierte Kriminalität oder Mord und Totschlag zuständig.Wer sich bei der Polizei bewirbt, muss sich von vornherein entscheiden, ob er bei der Kriminal- oder Schutzpolizei einsteigen will. denn die Ausbildungsinhalte sind verschieden. "Bei der Schutzpolizei stehen der Straßenverkehr und die Einsatzlehre bei Demonstrationen auf dem Stundenplan. Bei der Kriminalpolizei kommt es auf Inhalte wie Kriminalistik, also das Handwerk der Verbrechensaufklärung, und Kriminologie -die Lehre vom Verbrechen mit ihren psychologischen und soziologischen Aspekten -an", so Opitz.Die Berliner Polizei stellt zwei Mal pro Jahr Nachwuchs ein, und zwar sowohl für den mittleren als auch den gehobenen Dienst. "Wer sich für die mittlere Laufbahn bewirbt, wird an der Polizeischule ausgebildet, wer sich für den gehobenen Dienst entscheidet, absolviert ein Bachelorstudium an der Hochschule für Wirtschaft und Recht", erklärt Katja Sievert, die für Werbung und Einstellung zuständig ist. Für den höheren Dienst schreibt die Berliner Polizei derzeit keine Stellen aus. "Die offenen Posten werden mit Polizeibeamten besetzt, die sich dafür bereits qualifiziert haben", betont Opitz. In Zukunft will man aber solche Positionen wieder extern mit Juristen besetzen.Auch nach der Ausbildung bei der Schutzpolizei kann man -je nach Eignung -noch in späteren Jahren in Spezialdienststellen arbeiten, zum Beispiel beim Zentralen Verkehrsdienst, bei der Wasserschutzpolizei, dem Spezial- oder dem Mobilen Einsatzkommando. Sievert: "Aufstiegschancen hat jeder, der bei der Polizei anfängt und gute Leistungen erbringt. Auch wer im mittleren Dienst beginnt, kann es bis zum Polizeipräsidenten bringen."------------------------------OrdnungshüterAngehende Schutzpolizisten im mittleren Dienst treten ihren Job am 1. März 2012 an. Wer in den gehobenen Dienst der Schutz- oder Kriminalpolizei eintreten möchte, hat dazu ab 2. April 2012 Gelegenheit. Der Bewerbungszeitraum für den nächsten Einstellungstermin beginnt voraussichtlich im Sommer.Die Berliner Polizei stellt die Berufsbilder auf ihrer Homepage vor.www.berlin.de/polizei(> Ausbildung, Beruf und Karriere)Auch auf den Seiten des Berliner Landeskriminalamtes erfährt man vieles über den Dienst als Freund und Helfer.www.berlin.de/polizeiAuf Planet Beruf gibt es ein umfangreiches Spezial zur Polizei.www.planet-beruf.de------------------------------Foto: Der Streifendienst im Großstadtrevier ist nur eine von vielen Pflichten, die die Berliner Ordnungshüter in der Stadt tagtäglich erfüllen.