Noch wird am George-Grosz-Platz gewerkelt, doch schon am nächsten Dienstag soll der kleine Platz an der Schlüterstraße neugestaltet übergeben werden. An diesem Tag jährt sich der Todestag des Malers und Grafikers zum 51. Mal. Auf dem Areal am Kurfürstendamm wird eine Stichstraße geschlossen, Cafés können dort Tische und Stühle platzieren. Den größten Teil der rund 100 000 Euro für die Umgestaltung trägt der Netzverteiler Vattenfall Europe, der an dem Ort eine neue Station brauchte. Auch weitere Plätze am Kudamm werden modernisiert: Der Lehniner Platz vor der Schaubühne (ab Herbst), Rankeplatz (2011), für den Olivaer Platz (2012) beginnen die Planungen.Die Umgestaltung gehört zu den Projekten, die in der City West zum 125. Jubiläum des Kurfürstendamms vorbereitet werden. Das Geburtsdatum des Boulevards wird gewöhnlich mit dem 5. Mai 1886 angegeben. An diesem Tag zuckelte die erste Dampfstraßenbahn über den Kurfürstendamm. Von Mai bis Ende August 2011 soll gefeiert werden. Wie, steht noch nicht fest. Das seit Anfang des Jahres tätige Regionalmanagement für die City West soll dazu erst Ideen entwickeln. Fest steht aber, dass in dieser Zeit am Kudamm nicht gebaut werden soll.Bis zum Jubiläum soll der 3,3 Kilometer lange Boulevard modernisiert werden. Auf einer Informationsveranstaltung am Montagabend im Amerika-Haus am Bahnhof Zoo wurde die Richtung genannt: "Weltniveau". Der Maßstab könnten nur international bekannte Einkaufsstraßen seien, so Regionalmanager Dirk Spender: Champs Élysées (Paris; 1,9 km), La Rambla (Barcelona; 1 km), Via del Corso (Rom; 1,5 km). "Die Schwierigkeit ist, auf der Länge des Kudamms ein einheitliches Erscheinungsbild hinzubekommen", sagt Charlottenburg-Wilmersdorfs Baustadtrat Klaus-Dieter Gröhler (CDU).Schon 1988 wurde ein noch heute gültiges Zehn-Punkte-Konzept dafür beschlossen. Das schreibt zum Beispiel die Pflasterung vor - zwei Bänder aus unterschiedlich großen Steinen sollen Bummel- und Laufzonen markieren. Auch ein zurückhaltendes Werbekonzept und eine einheitliche Stadtmöblierung wird gefordert,Gehwegvitrinen dürfen nicht zugeklebt sein. "Umgesetzt ist das bisher nur zwischen Leibniz- und Wielandstraße", sagt Gröhler. Rund zehn Millionen Euro bräuchte er, um die gesamte Straße regelkonform zu gestalten. Bisher hat der Bezirk 250 000 Euro aus dem Programm Aktive Stadtzentren in Aussicht, sagt Wirtschaftsstadtrat Marc Schulte (SPD. Aber nur, wenn private Sponsoren genau so viel beisteuern: "Wir werden dafür werben", sagt Schulte.Kommt das Geld zusammen, wird zwischen Gedächtniskirche und Joachimstaler Straße mit dem Umbau begonnen. Schrittweise geht es bis zum Olivaer Platz. Dabei sollen auch rostige Busspurschilder (10 000 Euro) und 60 falsche Poller (ohne Kugelspitze, 15 000 Euro) ausgetauscht werden.