Es ist eine Welt der Freude, die Rekreation des Paradieses, in dem selbst Tote wiederauferstehen können. Doch der Schein trügt. Denn was Ijon Tichy sieht, ist lediglich eine künstliche Blase, hervorgerufen durch die sogenannte „Psychemie“. Man wirft sich eine Substanz ein und gerät in eine künstliche Sphäre. Als in der Realität das Chaos ausbrach, versetzten die Diktatoren damit die rebellische Bevölkerung in eine Art Traumschlaf. Erst spät gelingt dem Protagonisten und Raumfahrer die Flucht zurück in die Wirklichkeit, wo er nichts mehr als Armut und Tristesse vorfindet.

Bereits 1970, lange vor der Entwicklung der wirkmächtigen Antidepressiva unserer Tage, schrieb Stanislaw Lem diese ingeniöse Parabel namens „Der futurologische Kongress“ (1971) über die biopolitische Manipulation der Massen. Der Intellektuelle und Autor, dessen 100. Geburtstag sich nun jährt, war sowohl ein Kulturkritiker als auch faszinierender Visionär. Schon lange, bevor die Philosophie sich intensiv mit KI und Robotik auseinandersetzen sollte, sah er technische Novitäten voraus und zeigte sich in seinen Essays und Romanen als profunder Skeptiker der menschlichen Fortschrittshybris. Sein bevorzugtes Genre: Die Science-Fiction, die ihm die Überwindung sämtlicher physikalischer und zeitlicher Grenzen ermöglichte.

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