Gewellte Blechoberflächen blitzen in der Sonne, gleich Schiffsbugen stoßen Bauteile aus der bewegten Masse, das Licht fällt zwischen gewaltigen Stahlkonstruktionen tief ins Foyer. Ein grandioses Akustik-, Licht- und Raum-Erlebnis. Am Montag vor 20 Jahren wurde das von dem Kanado-Kalifornier Frank Gehry entworfene Guggenheim-Museum in Bilbao eröffnet. Seither ist es eine Welt-Sensation, jährlich werden 1,3 Millionen Besuche gezählt, für mehr als 400 Millionen Euro zusätzlichen Umsatz im Tourismus- und Verkaufsgewerbe soll das Museum gut sein.

Auch solche Statistiken gehören zum legendären „Bilbao“- oder „Guggenheim“-Effekt. Er steht erstens für den Kult um international agierende „Star“-Architekten, zweitens für die Vorstellung, dass ein einzelnes Projekt aus ihrer Hand die Probleme ganzer Städte und Institutionen auf einen Schlag lösen könnte, drittens für die Kommerzialisierung des Kultur- und Museumswesens seit den 80er Jahren und, viertens, für dessen Globalisierung, die mit dem in wenigen Wochen eröffnenden Louvre Abu Dhabi einen neuen Höhepunkt erlebt.

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