Im Winter, wenn die Seele fröstelt, locken inmitten Berlins zwei Blockhütten mit märchenhaften Geschichten. Sie heißen Jakob und Wilhelm, wie die zwei Brüder, deren Geschichten jedes Jahr aufs Neue Kinder wie Erwachsene in die Holzhäuschen locken. Die Vorstellungen, bis zu elf am Tag, sind wie jedes Jahr seit Wochen ausverkauft. Erst für den Januar gibt es wieder Karten für „Das tapfere Schneiderlein“, „Der Fischer un sin Fru“ oder „Frau Holle“.

Der Erfolg hat die Schauspieler vom Hoftheater Hexenkessel selbst überrascht. Als sie 2006 ein 150 Jahre altes Holzhaus im Osten Polens abbauten, um es als Märchentheater in Berlin wieder aufzubauen, wollten sie vor allem eins – einen Winterspielort für sich schaffen. Inzwischen ist es eine Pilgerstätte für Grimm-Freunde. Dieses Jahr, zum 200. Jahrestag der Erstausgabe der „Kinder- und Hausmärchen“, kam die zweite Hütte dazu. Für den Regisseur Jan Zimmermann liegt eine Erklärung für die ungebrochene Faszination im Klang der Worte. „In den alten Zeiten, wo das Wünschen noch geholfen hat, ...“ So beginnt das Märchen vom Froschkönig. „Diese Texte haben es nicht nötig, verändert zu werden.“

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