Seit über zehn Jahren wächst weltweit die Zahl der Rebflächen, die biologisch bewirtschaftet werden. Laut diesjährigem Bericht der Forschungseinrichtung zur biologischen Landwirtschaft sind es derzeit über 403.000 Hektar – macht knapp sechs Prozent der weltweiten Weinberge. 90 Prozent davon befinden sich in Europa und gehören dort vor allem den Großerzeugern in Spanien, Italien und Frankreich. Dass der Anteil an Biowein aber weltweit zunimmt, liegt ebenso am persönlichen Anspruch der Winzer wie an der langsam, aber stetig wachsenden Nachfrage.

In Deutschland werden derzeit etwas über sieben Prozent der Rebflächen biologisch bewirtschaftet. Dass es bei unseren Nachbarn in Sachen Bioanbau schneller vorangeht, hat klimatische Ursachen. In mediterranen Klimazonen regnet es nicht während der Wachstumsperiode und die Winzerkollegen müssen sich deutlich weniger mit Pilzkrankheiten herumschlagen. Echter und Falscher Mehltau sind die Herausforderungen im kontinentalen deutschen Klima. Auch im Bioanbau muss dagegen gespritzt werden. Allerdings mit für diese Wirtschaftsweise zugelassenen Pflanzenschutzmitteln. Weil die Mittel dann weniger wirksam sind und schlechter haften, muss deutlich häufiger gespritzt werden als im konventionellen Anbau.

Bio-Wein erfordert zusätzliche Investitionen für die Winzer

Wichtig für die Qualität ist eine gewisse Schlagkraft, das erfordert zusätzliche Investitionen in Mitarbeiter und Maschinen. Kosten, die man in einem so wettbewerbsintensiven Umfeld wie der Weinbranche nicht immer an den Kunden weitergeben kann. Daher verzeichnen das größte Bio-Wachstum hierzulande die etablierten Spitzenwinzer. Beim renommierten Verband Deutscher Prädikatsweingüter sind mittlerweile 50 Bio-Betriebe zertifiziert, das ist jeder vierte Betrieb. Diese Weingüter erzielen aufgrund ihres Renommees höhere Flaschenpreise und können Mehrkosten so besser abfedern.

Im südfranzösischen Languedoc mit seinem mediterranen Klima kennt man diese Probleme nicht. Hier lässt sich Bioanbau viel einfacher und kostengünstiger umsetzen. Ein Beispiel ist das ehemalige Klostergut Abbaye de Valmagne. Dort wird seit 1996 in allen Spitzenlagen auf Bioanbau gesetzt. Die saftige und kräftige Cuvée aus Syrah, Gernache und Mourvèdre bietet ein sehr gutes Preis-Genussverhältnis. Im Glas zeigen sich intensive Aromen von dunklen Kirschen, Pflaumen, Pfeffer, mediterranen Kräutern und einem Hauch von Leder. Am Gaumen kraftvoll strukturiert mit angenehm zupackendem Tanningerüst und langem, würzigem Nachhall. Es ist ein vollmundiger, saftiger Rotwein, der ideal zur sich ankündigenden kühlen Jahreszeit passt.

2017 Abbaye de Valmagne, Languedoc.
Für 8,40 Euro erhältlich zum Beispiel bei Jacques’ Wein-Depot.