„Reenactment“ heißt „Wiederaufführung, Nachstellung“. Die Doppeldeutigkeit des Nachstellens zeigt „3 Tage in Quiberon“. Nachgestellt wird das drei Tage währende Interview, das die Stern-Journalisten Robert Lebeck und Michael Jürgs 1981 mit Romy Schneider führten.

Das Nachstellen ist auch das Metier der Presse, Jürgs, der sich zwar abgrenzen will von der Boulevard-Meute, die den Star seit Jahrzehnten in ihre Niederungen zieht, tut im Grunde dasselbe. „Frau Schneider“, beginnt er jede Frage, „Frau Schneider, was sagen Ihre Kinder, wenn sie in der Presse lesen: Romy Schneider schwanger.“ 

Am Ende hat der Stern seine Story

Ein Interview, das zum Duell wird. Denn Romy Schneider dreht den Spieß um. So wie es ihr Jürgs rät: „Benutzen Sie doch die Presse“.  Ein Szenario, in dem Tränen und Alkohol fließen, Distanz und Nähe verrutschen. Robert Lebeck legt sich zu seinem angebeteten Star ins Bett, väterlich, beschützend, Jürgs spielt den Psychoanalytiker – und bekommt, was er will. 

Am Ende hat Romy Schneider ein gebrochenes Fußgelenk und der Stern seine Story. Emily Atef als Regisseurin und Marie Bäumer in der Rolle der völlig entgrenzten Schauspielerin liefern das alles als brillantes Stück über die Zwiespältigkeit sowohl des Star-Systems als auch der Presse ab.

Kritiker-Wertung: Der Film "3 Tage in Quiberon" erhält vier von fünf Sternen. ★★★★

★ Totaler Flop
★★ Misslungen
★★★ Sehenswert
★★★★ Bären-Kandidat
★★★★★ Meisterwerk