Köln - Nachdem sie eine Staffel lang als Kommunikationsoffizier Uhura im roten Minikleid auf bunte Plastik-Knöpfchen gedrückt hat, reicht Nichelle Nichols ihre Kündigung beim Raumschiff Enterprise ein. Beziehungsweise bei dessen Schöpfer, dem ehemaligen Motorradpolizisten Gene Roddenberry. Sie, die schon im Orchester von Duke Ellington gesungen hat, träumt von Broadway-Musicals und nicht von Welten, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat.

Dann wird sie auf einer Wohltätigkeitsveranstaltung zur Seite gebeten, es gäbe da jemand, der sie unbedingt sprechen wolle. Schon tritt ein selig lächelnder Martin Luther King Jr. auf die verdutzte Schauspielerin zu und erklärt sich zu ihrem größten Fan.

Nichols bedankt sich, bemerkt, wie sehr sie ihre Kollegen schon jetzt vermisse. Jetzt lächelt der schwarze Bürgerrechtler nicht mehr. Auf keinen Fall dürfe sie die Fernsehshow verlassen, bekniet sie King: „Sie zeigen uns, wohin wir gehen, sie sind uns 300 Jahre voraus.“ Nichols bleibt der Brücke der Enterprise erhalten, die Zukunft hat sie wieder.

Vor 50 Jahren, am 8. September 1966, strahlt der amerikanische Fernsehsender NBC die erste Folge von „Star Trek“ aus, der Science-Fiction-Serie, die das Raumschiff Enterprise auf seiner fünfjährigen Mission begleitet, fremde Galaxien, neues Leben und neue Zivilisationen zu erforschen. Die erste Folge „The Man Trap“ – es geht um ein formveränderndes Alien, das Menschen tötet, in dem es ihren Körpern Salz aussaugt – ist noch eine eher gewöhnliche Horrorgeschichte, wie man sie aus damaligen Mystery-Serien wie „The Twilight Zone“ oder „The Outer Limits“ kennt.

Ein galaktischer John F. Kennedy

Doch nach und nach nimmt die multikulturelle Mannschaft und ihr hochmoralisches Universum Konturen an. William Shatners Captain James T. Kirk ist ein unermüdlicher Draufgänger und Optimist, eine Art galaktischer John F. Kennedy, der forsch die Grenzen des Unbekannten nach außen verschiebt.

Leonard Nimoys halb-menschlicher, halb-vulkanischer Mr. Spock verkörpert den Konflikt zwischen philosophischen Lösungen und animalischen Impulsen. Dass der Vulkanier nur äußerlich Gleichmut zeigt, es in seinem Inneren aber brodelt, verrät ja bereits sein Gattungsname. Spock wurde zum unerwarteten Sexsymbol der Serie. Und DeForest Kelley als Schiffsarzt Dr. Leonard McCoy verkörperte das gute Gewissen des Actionmannes Kirk und löckte unermüdlich gegen die kalte Logik des Wissenschaftsoffiziers Spock.