Nach dem „Tatort„ zum Beispiel kann man in manchen Zeitungen lesen, wie dem Netz der Krimi gefiel. Das ist immer amüsant: In der Zeitung steht, was die Netzgemeinde so denkt. Es liest sich meist, als gehörten solche Texte in den Bereich der Auslandsberichterstattung, als wäre „das Netz“ ein fernes Land, aus dem es lauter staunens- und schaudernswerte Dinge zu erzählen gibt. Als lebten dort Menschen aus einer anderen Welt, vielleicht aus der Zukunft, jedenfalls keine gewöhnlichen Leser, sondern seltsam eigentümliche User.

Wer es noch nicht bemerkt hat, kann es an derlei Phänomen bemerken: Wir befinden uns in einem weiträumigen, unabgeschlossenen Medienwandel mit unklarem Ausgang, und die Print-Medien berichten in großer Besorgnis darüber. Darum die kuriose Fixierung auf Klickzahlen unter vermutlich allen Online-Anbietern journalistischer Arbeiten, darum auch die sonderbare Nervosität, mit der über das Internet gesprochen wird. Als hätten wir es dabei mit einer Invasion zu tun, nicht mit dem, was das Internet ist: ein Medium, das wie alle Medien seine eigenen Regeln hat. Und das von Menschen erfunden wurde und von Menschen in Anspruch genommen wird.

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