Zugegeben, dieser Film ist nicht gerade ein Pandemie-Aufmunterer. Er macht die Corona-Isolation nicht schöner, schon gar nicht erträglicher. Einige Szenen sind so gewaltig, so bedrückend, so brutal und schmerzvoll, dass man eher ermattet wegsieht. Das Drama „Pieces of a Woman“, seit Anfang Januar auf Netflix zu sehen, beginnt mit dem Höhepunkt vieler Paare: Das erste Kind von Martha und Sean kündigt sich an, es soll eine Hausgeburt werden. Gleich zu Beginn also der Höhepunkt des Films.

Der ungarische Regisseur Kornél Mundruczó lässt die Szene in einer einzigen Einstellung drehen, fast 25 Minuten lang ist das Publikum dabei. Man beobachtet Martha, grandios gespielt von der Britin Vanessa Kirby, wie sie anfangs noch unbesorgt rumalbert, wie ihr in der Küche die Fruchtblase platzt, wie die Hebamme gerufen wird. Als die jedoch wegen einer anderen Geburt nicht gleich kommen kann und ihre Kollegin schickt, erkennt man das erste Mal ein Unbehagen in Marthas Gesicht. Ihr Partner Sean (Shia LaBeouf) reagiert und macht es der Gebärenden im Wohnzimmer bequem. Die Wehenabstände werden kürzer, Marthas Stöhnen intensiver.

Lesen Sie doch weiter

Erhalten Sie unbegrenzt Zugang zu allen Online-Artikeln der Berliner Zeitung für nur 9,99 € im Monatsabo.

Jetzt abonnieren

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Oder das E-Paper? Hier geht’s zum Abo Shop.