Gorris ist beim Spiegel seit 2009 für das Kulturressort verantwortlich, zuvor leitete er das Gesellschafts- und das Sportressort. Mahler, der im Oktober 60 Jahre alt wird, ist seit mehr als 20 Jahren Leiter des Wirtschaftsressorts. Bis 2013 war er zudem Geschäftsführer der Mitarbeiter KG, der der Spiegel-Verlag zur Hälfte gehört.

In dieser Funktion war er verantwortlich dafür, dass Ove Saffe Geschäftsführer des Verlags geworden ist und vor Mahlers Abwahl aus der KG vorzeitig den Vertrag verlängert bekam. Am Montag erhielt Mahler nun ein Auflösungsangebot. Büchner teilte ihm nach Informationen dieser Zeitung mit, er möge zwei Wochen Urlaub nehmen und über das Auflösungsangebot nachdenken.

Während Büchner Gorris’ Vertrag im vergangenen Jahr wider Erwarten verlängert hatte, wartete Mahler seit Juli auf die reguläre Verlängerung seines zum Jahresende auslaufenden Vertrags. Zunächst hatte er auch eine mündliche Zusage, dass er Wirtschaftschef bleibt. Im Streit zwischen Büchner und der Redaktion über die Neuausschreibung aller Ressortleiterverträge hatte sich Mahler jedoch eindeutig gegen den Chefredakteur positioniert.

In diesem Zusammenhang hat er, wie Gorris und alle anderen Print-Ressortleiter auch, in der vergangenen Woche einen Brief unterschrieben, in dem sie Büchners „Total-Umbau“ als brachial ablehnen und eine flexible Übergangsphase zur Verzahnung von Print und Online vorschlagen.

Der vor einem Jahr als Chefredakteur angetretene Büchner will durchsetzen, dass künftig Ressortleiter sowohl für Print als auch Online zuständig sind. Intern wird dies als Maßnahme interpretiert, unliebsame Ressortchefs loszuwerden. Nachdem Büchners Pläne bekannt geworden und auf breite Ablehnung gestoßen waren, forderten die Gesellschafter Büchner und Saffe auf, das Konzept im Einklang mit der Redaktion zu verfolgen. Auf Anfrage wollte sich der Verlag zu den Personalien nicht äußern.