Das Schweizer „Tatort“-Duo Flückinger-Ritchard (Stefan Gubser (r.) und Delia Mayer (l.)) verabschiedet sich nach acht Jahren.
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BerlinLetzte Ausfahrt Luzern: Kommissar Flückinger (Stefan Gubser) weilt mit seiner schicken Freundin an Bord eines Ausflugsdampfers auf dem Vierwaldstätter See. Die Industriellen-Gala wird gestoppt, als ein Vermummter mit einer Signalpistole in den Saal feuert und ausgerechnet der Kapitän stirbt.

Mit dem Fall beendet das Schweizer Fernsehen die „Tatort“-Karriere des Duos Flückinger-Ritchard (Stefan Gubser und Delia Mayer), die zusammen 16 Fälle in acht Jahren absolvierten, aber nie sonderlich populär wurden. Nach der Ankündigung des Endes wirkte der Krimi aus Luzern aber befreiter. So drehte Dani Levy hier einen „Tatort“ in einer einzigen Einstellung.

Der letzte Film will nun Reto Flückinger einen besonderen Abschied bereiten – erweist ihm aber gerade dadurch keinen guten Dienst.

Denn der sonst eher besonnene Kommissar agiert diesmal höchst unprofessionell, reibt sich in der Auseinandersetzung mit einem dubiosen Videoportal auf und lässt sich sogar bei seinen Prügelattacken auf den provokanten Reporter filmen. Dieser Gegner, der immer vorgibt, im Interesse der schweigenden Mehrheit zu agieren, wird als höchst verschlagener, dauergrinsender Fiesling vorgeführt.

Ebenso plump gezeichnet werden weitere Verdächtige: Wie aus einer Seifenoper entstiegen wirkt ein arrogantes Vater-Sohn-Gespann, das „Schmiergelder aus Schurkenstaaten“ kassiert, wie ihnen Kollegin Liz Ritschard vorhält. Besonders ärgerlich: Indem Flückinger sich immer heftiger aufregt über eine immer penetrantere Medienwelt, wird er seinen Gegnern immer ähnlicher. So fällt der Abschied von Luzern leicht. Im nächsten Jahr sollen zwei Kolleginnen übernehmen.