Hollywood hat einen neuen Treffpunkt, der sich ganz um Filmkunst dreht: das Academy Museum of Motion Pictures. Nach vielen Aufschüben öffnet es ab Donnerstag in Los Angeles seine Pforten für Besucher – ein ehrgeiziges 480-Millionen-Dollar-Projekt des italienischen Architekten Renzo Piano. Über sieben Stockwerke und einen riesigen Kuppelbau verteilt, sollen Geschichte, Kunst und Wissenschaft des Films zelebriert werden. 

Das sei eine wichtige Sache für die Stadt, sagte Oscar-Preisträger Tom Hanks, der dem Vorstandsgremium angehört, im Vorfeld bei einer Pressetour. Überall in der Welt würden wunderbare Filme gemacht, aber an einem Ort wie Los Angeles, von der Oscar-Akademie geschaffen, müsse dieses Museum wirklich „der Parthenon“ aller Filmmuseen sein. Tatsächlich ist es das erste Filmmuseum in Los Angeles – und zugleich die größte Einrichtung dieser Art in den USA. Im Bauch der Kugel-Konstruktion befindet sich ein Großraumkino mit 1000 Plätzen, darüber eine riesige Terrasse, in der Ferne ist der berühmte Hollywood-Schriftzug zu erkennen.

Namens- und Spendengeber

Stars wie Steven Spielberg, Barbra Streisand und George Lucas spendeten für den Bau, auch Filmstudios und Stiftungen. Es gibt die Spielberg-Galerie, eine Barbra-Streisand-Brücke, auch eine Netflix-Terrasse. Einige Pfeiler sind nach Filmgrößen wie Sophia Loren, Tony Curtis oder Rita Moreno benannt, für je eine Million Dollar Spendengeld. Die riesige Eingangshalle trägt den Namen Sidney Poitiers, der 1964 für den Film „Lilien auf dem Felde“ als erster Schwarzer mit dem Oscar zum besten Hauptdarsteller gekürt wurde.

Das Museum erstreckt sich über knapp 30.000 Quadratmeter. Dem Kuratoren-Team für die Eröffnungsausstellung gehört die Deutsche Jessica Niebel an, die vor ihrem Wechsel nach Los Angeles beim Frankfurter Filmmuseum tätig war. Ausgestellt sind Teile der großen Sammlung der Oscar-Akademie, darunter Filmposter, Drehbücher, Requisiten und Kostüme: der „Rosebud“-Schlitten aus „Citizen Kane“, Dorothys rote Schuhe aus dem „Zauberer von Oz“, eine Hai-Attrappe aus „Der Weiße Hai“, die Schreibmaschine, auf der Joseph Stefano das Drehbuch für den Hitchcock-Thriller „Psycho“ geschrieben hat. In der Galerie werden auf zehn Monitoren Szenen von über 700 Filmen aus aller Welt gezeigt. In einzelnen Bereichen zeigen etwa Spike Lee und Guillermo del Toro Exponate ihrer Filme. Die Arbeit des Regisseurs Hayao Miyazaki wird mit einer Retrospektive gewürdigt, er ist der Mitbegründer des legendären Zeichentrickstudios Ghibli in Tokio. 

Museumsbesuchern wird schließlich mit „The Oscars Experience“ ein besonderes Erlebnis geboten: Sie können nachspielen, wie man die Oscar-Bühne im Dolby Theatre betritt, um eine Trophäe in Empfang zu nehmen.