Da drüben, das große Bild dort, das ist Neo Rauch.“ Achim Freyer steht im Flur seiner Villa. Alle Wände sind proppevoll mit Bildern, kleinen, riesigen, bunten, blassen. Auf den Stufen und den Fenstersimsen stehen Skulpturen. Ein ausgestopfter Hase zum Beispiel. „Nein“, sagt Achim Freyer, „das ist nicht der Beuys-Hase, das ist von mir, den habe ich noch vor Beuys gemacht.“ Aber Beuys hat er auch, und wenn man vor dem Beuys-Bild steht, wundert man sich schon nicht mehr. Natürlich gibt es in seiner Sammlung einen Beuys. Es gibt ja fast alles, was die Bildende Kunst im 20. Jahrhundert geprägt hat, zumindest, was für Freyer wichtig und wertvoll ist.

Achim Freyer wohnt in Lichterfelde, in einer kleinen, von Gründerzeitvillen gesäumten Straße. Er hat in seiner Villa jüngst das Dachgeschoss ausgebaut, helle Räume, warme Farben, tiefe Sofas. Man hat einen herrlichen Blick dort oben, über Bäume hinweg, im Hintergrund, weit weg, beinahe in einer anderen Welt, Hochhäuser, hässliches Zeug. Freyer ist gern in seinem Atelier in der Toskana, aber nur in Berlin steigt er, um in seine Wohnung zu gelangen, an gut 2 000 Bildern vorbei. Das ist die Achim-Freyer-Sammlung, sie ist seltsamerweise noch immer kaum bekannt. Dabei ist es eine der eigenwilligsten und eigensinnigsten privaten Kunstsammlungen, die sich in der Stadt finden lässt. Und sie ist öffentlich.

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