Mitarbeiter der Achterbahn in Fujiyoshida zeigen, wie man sich hygienisch korrekt vergüngt
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FujiyoshidaIm Fahrtwind kann es schon einmal passieren, dass man kurz entschlossen nachfassen muss, damit der Mundschutz nicht verrutscht. Jetzt nicht die Nerven verlieren. Sogleich geht es bei hohem Tempo in geordneten Bahnen weiter. So jedenfalls ist es in einem Video zu sehen, das zwei junge Herren - Typ Geschäftsmann – bei einer Fahrt auf der berühmten Fujiyama-Achterbahn in Fujiyoshida in Japan zeigt. Die sogenannte Hyper-Twisterbahn war einmal die höchste ihrer Art in der Welt. Die Männer verziehen keine Miene bei ihrem angestrengten Tun und scheinen sich auch das Gejuchze zu verkneifen, das bei der  Benutzung von Freizeitgerätschaften dieser Art üblich ist. Am Ende des Clips erscheint ein Schwarzbild, in das auf Japanisch der Satz „Schrei in deinem Herzen“ eingeblendet wird.

Bei dem Film handelt es sich um Produktwerbung. Die Betreiber des Freizeitparks führen auf diese Weise vor, wie man sich in der Corona-Pandemie angemessen vergnügt. Die mutigen Abfahrer sind Angestellte des Fujiyama-Parks. Das Video wurde im vergangenen Monat erstmals hochgeladen, nachdem Freizeitparks infolge von Lockerungen der Corona-Maßnahmen in Japan wieder öffnen durften. Seitdem erfreut es sich in Online-Netzwerken großer Beliebtheit.

Das Video verrät einiges über die Disziplin und Ernsthaftigkeit, mit der man sich in Japan schwierigen gesellschaftlichen Situationen stellt. Vordergründig sind die Männer Probanden ihres Arbeitgebers, vielmehr jedoch fungieren sie als Crashtest-Dummys der Pandemie, die zeigen, wie es weitergehen kann, wenn die alte Ordnung aus den Fugen geraten ist – und sei es auch nur beim Lustgewinn via Geschwindigkeitsrausch vor und nach der Arbeit. Die Männer sind auf eine kurze Reise geschickt worden, um die Sensationen des Gewöhnlichen zu erkunden – Forschungsreisende einer ganz neuen Form von Anthropologie. So loten sie die Grenzen und Möglichkeiten des Spaßes aus. Zeigt es den Aerosolen – schreit nach innen.