Admiralspalast Berlin: Die Geschichte des Schlagers in „Nutten, Koks und frische Erdbeeren“

Berlin - Mary Roos ist eine Schlager-Ikone, Kabarettist Wolfgang Trepper ein Schlager-Hasser. Doch was passiert, wenn die beiden auf einer Bühne aufeinandertreffen? An diesem Freitag können Zuschauer im Admiralspalast erleben, ob das gesprochene Wort oder die gesungene Melodie siegen wird. Humorvoll-musikalisch erzählt das ungleiche Paar dann in „Nutten, Koks und frische Erdbeeren“ die Geschichte des deutschen Schlagers. Wer in ihrem Programm am schlechtesten wegkommt? „Eindeutig Andrea Berg!“, legt sich Roos fest. „Die finde ich wirklich schlimm“, wettert Trepper. „Die Art und Weise, wie die Frau sich vermarktet, kann ich nicht billigen. Viele kloppen auf Helene Fischer rum, doch die kann sehr viel!“

Außen hui, innen …

Eigentlich ist das Programm aber von vorne bis hinten boshaft. „Wolfgang sagt Sachen, die würde sich nie jemand trauen“, meint Roos. „Was mir aber mit am besten gefällt ist, wenn er sich am Schluss bei allen Leuten, die er niedermacht und beleidigt hat, entschuldigt. Er rattert dann wie Dieter Thomas Heck seine Liste runter, das dauert zehn Minuten.“ Roos’ Schlagerkollegen folgen eher selten einer Einladung zur Show. „Es traut sich ja kaum einer. Die haben alle Angst, angegriffen und enttarnt zu werden“, lacht Roos, die auf der Bühne nicht verschont bleibt. Denn Trepper teilt auch gegen seine Gespielin gerne aus. „Ja, auch ich muss unter ihm leiden. Aber ich mag’s ja gerne deftig“, so die 67-jährige Sängerin.

In den Siebzigern seien alle sehr darauf bedacht darauf gewesen, sich züchtig zu verhalten und immer nett zu sein. „Aber hinter den Kulissen der ZDF-Hitparade war nicht alles heile Welt. Die haben ganz schön gesoffen und manche auch gekokst! Der Schlimmste von allen war wohl Ricky Shayne, der hat ganze Hotelzimmer zertrümmert. Und Drafi Deutscher war auch ein böser Junge. Böse für die anderen, wir fanden ihn toll!“

Der Titel „Nutten, Koks und frische Erdbeeren“ bezieht sich allerdings auf Heino, der einmal gesagt hat, dass er sich diese drei Dinge immer in seine Verträge schreiben lassen würde. Trepper: „Ich war selbst dabei, als er bei einer Aufzeichnung beim MDR aus seiner Garderobe kam und rief: „Hier sind gar keine Erdbeeren!“ Das fand ich zum Schreien komisch. Als ich das nachher in der MDR-Sendung erzählte, waren die Fernsehmacher entsetzt und haben es rausgeschnitten.“