Ja, was wird denn nun mit der KSK? Kulturstaatsministerin Monika Grütters lobt sie und will sie stärken. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer dagegen will sie am liebsten auflösen. Immer wenn AKK die rechtsextremen Umtriebe der KSK kritisiert, zucke ich zusammen, denn ich bin seit 1991 versichert bei der KSK – der Künstlersozialkasse. Frau Kramp-Karrenbauer dagegen meint das Kommando Spezialkräfte und ignoriert, dass das Kürzel anderweitig längst fest geprägt ist.

Doch wer legt eigentlich fest, wessen Abkürzung stärker ist? Mitunter werden ja bekannte Abkürzungen einfach neu definiert. So kaperte die Rote Armee Fraktion ihr Kürzel RAF von der Royal Air Force. Die Berliner Kabarett Anstalt beginnt ihre Satire schon beim Namen und heißt BKA wie das Bundeskriminalamt. Die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus will unter der klingenden Abkürzung RIAS bekannt werden, die ja mal für den Rundfunk im Amerikanischen Sektor stand.

AFD: Amt für Datenverarbeitung

Die Abkürzungen aus DDR-Zeiten werden komplett neu geprägt – sogar DDR selbst, und zwar ausgerechnet bei Computern, die mit dem Double-Data-Rate-Verfahren den Datendurchsatz verdoppeln. Die untergegangene DDR hatte ja nur den größten Microchip der Welt produziert. Auf meiner Fototasche steht das Kürzel EOS. Doch es stammt nicht etwa aus meiner Zeit an der Erweiterten Oberschule, sondern steht für Electro Optical Systems. Und wenn in Immobilienanzeigen teure ETWs angeboten werden, muss ich immer grinsen: ETW waren bei der NVA, einer Truppe mit einem besonderen AKüFi (Abkürzungsfimmel), noch Eierteigwaren.

Übrigens stand AFD zu DDR-Zeiten für das Amt für Datenverarbeitung und die KSK war die Kombinatssicherheitskommission. Und wenn sich das Starlet Kim Kardashian West als KKW abkürzt, sehe ich nur die Ruinen des Greifswalder Kernkraftwerks KKW vor mir und versuche, die fiese Assoziation „Atombusen“ zu verdrängen.