Berlin - Schon das Cover ist ein starkes Statement: Man sieht eine Figur in kraftvollem Rot verhüllt, in den Händen ein schwarzes Sturmgewehr. Max Rieger, der mit „Andere“ sein zweites volles Album unter dem Projektnamen All Diese Gewalt (kurz: ADG) vorstellt, ist kein Mann des Ausgleichs. Wie das Cover beruht auch die Musik von „Andere“ auf einer fiebrigen Spannung aus weich und zart fließenden Formen, überhitzten Farben und entschlossenen Kontrasten. „Es gibt dieses Bild von Magritte, ‚Die Liebenden‘, auf dem ein Liebespaar sich küsst, aber beide weiß verschleiert sind. Zuerst habe ich an ein weißes Laken, gespenstermäßig, gedacht“, sagt der 27-jährige Wahlberliner im Videointerview. „Die jetzige Variation habe ich pathetischerweise geträumt – ein Traumbild, das sowohl introvertiert wie extrovertiert und in beide Extreme so stark wie möglich wirken sollte.“

Bekannt wurde Rieger mit der Band Die Nerven aus Stuttgart, wo Rieger auch ein Jahr genervt Kunst studierte. Die Nerven kamen über vier Alben von gereizten grauen Post-Punk-Schraffuren zu gereizten bunteren Schraffuren. Über die aggressive Dichte der Nerven schrieb die Stuttgarter Zeitung, es gehe weniger ums Anrennen gegen, als um das Aushalten von Widersprüchen. Man könnte dies auch über die Texte und die Musik von All Diese Gewalt und „Andere“ sagen. Wesentlich elektronisch gestaltet, geht Rieger als Solist aber stärker ins Subjektive – das Leben als Zerreißprobe.

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