Detailansicht der Skulptur „Allegorie der römischen Kirche“ von Giovanni Baratta (1670–1747), erworben 1979.
Foto: Gerd Engelsmann

BerlinSeit Wochen sind die Türen zu Nofretete und Co. dicht. Die Corona-Krise stellt die erfolgsverwöhnten Staatlichen Museen zu Berlin vor nachhaltige Probleme. Der Wegfall von Einzelbesuchern, Gruppen und Veranstaltungen reißt ein tiefes Loch in die Etats der berühmten Häuser um das Pergamonmuseum.

Wegfall von Besuchern reißt dickes Loch in die Etats

„Aktuell wären Angaben zu den Auswirkungen Kaffeesatzleserei“, sagte Vize-Generaldirektorin Christina Haak vor ein paar Tagen. „Wenn wir von den Vorjahreszahlen ausgehen, hätten die Staatlichen Museen zu Berlin einen Einnahmeverlust von etwa zwei Millionen Euro pro Monat für alle Häuser“, sagt sie mit Verweis auf eine Modellrechnung. „Das ist für uns ein sehr empfindlicher Verlust, weil es sich dabei im Wesentlichen um unser aktives Geld handelt.“

Für Programmarbeit stünden im Haushalt 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. „Wir verarbeiten aber im Schnitt pro Jahr allein für Ausstellungen und Veranstaltungen zwischen sieben und neun Millionen Euro.“ Die Differenz komme aus den Einnahmen, die nun für die Programmarbeit wegfielen. „Das sind sehr, sehr schmerzliche Einschnitte“, sagt Haak.

Menschenleer: Ungewöhnliches Erlebnis für Mitarbeiter

Im Moment arbeitet in den Gebäuden nur eine von der Funktionen abhängige Notbesetzung, sagt die Vize-Generaldirektorin, „um die wesentlichen Arbeitsbereiche grundsätzlich aufrechtzuerhalten“. Wo sonst täglich Besucher und Aufsichten alles sehen, muss nun aktiv kontrolliert werden.

Den Mitarbeitern bietet sich ein Erlebnis, das vor wenigen Wochen noch unmöglich gewesen wäre: Sie können alleine und vollkommen ungestört die Kunst um sie herum genießen. Und das war einen Tag lang auch unserem Fotografen Gerd Engelsmann gegönnt, der im Bode-Museum in aller Ruhe ganz besondere Bilder machen konnte.