Ein Blaulicht leuchtet am auf dem Dach eines Polizeiwagens. (Symbolbild)
Foto: dpa/Friso Gentsch

RheinsbergVor ein paar Tagen berichtete das Portal t-online.de, das nicht gerade für die Verbreitung lokaler Nachrichten bekannt ist, von einer Gruppenschlägerei im brandenburgischen Rheinsberg. „Auslöser“, heißt es da, „war nach ersten Erkenntnissen der Polizei eine Auseinandersetzung vom Donnerstag. 15 bis 20 Männer hatten sich am selben Ort eine Schlägerei geliefert. Zwei Gruppen waren zunächst verbal aneinander geraten, bevor die Situation eskalierte.“

Am darauffolgenden Tag, so wird berichtet, wiederholten sich die Kampfszenen. Es ist von Beteiligten tschetschenischer Herkunft die Rede, auch von Mitgliedern der Grauen Wölfe, einer Organisation türkischer Rechtsextremisten. Über Nacht, so scheint es, sind die globalen Konflikte in die Prinzenstadt gekommen, auch wenn es in diesem Fall wohl um die Vermietung eines Hausbootes gegangen zu sein scheint.

Vor Schlägereien mit entfesselter Wut und beachtlichem Gewaltpotenzial war die deutsche Provinz noch nie gefeit. Im Dorfkrawall spiegelt sich immer auch der Zorn der Welt. Was genau in Rheinsberg geschah und wer alles mobilisiert wurde, wissen wohl nur jene, die dabei waren und anschließend die Informationsketten ausgelöst haben. So klein ist Rheinsberg nicht, dass dort nicht auch Kämpfe ausgetragen werden, die über die Stadtgrenze hinausragen.

Entgrenzt aber wird das Geschehen auch von Trittbrettfahrern der Unübersichtlichkeit. Kurz nach den Prügeleien vom Donnerstag und Freitag wurde Rheinsberg mit Frankfurt und Stuttgart verglichen, deutsche Metropolen, in denen in es in der Post-Corona-Zeit zu heftigen Straßenkämpfen mit der Polizei gekommen war.

Nun ist am Grienericksee wieder Ruhe eingekehrt. Vom Schlosspark aus gesehen sind die Bereiche rund ums Stadion, wo die Prügeleien stattgefunden haben, die Banlieue jenes Ortes, an dem einmal bevorzugt Französisch gesprochen wurde.