Die Alte Münze in Berlin.
Foto: dpa/Britta Pedersen

BerlinDas ehemalige Gewerbegebiet Alte Münze soll unter anderem zu einem Zentrum für Jazz und improvisierte Musik entwickelt werden. Dass sich das am Spreeufer angesiedelte Gelände, dessen gut 15.000 Quadratmeter zu einem Teil Kellerräume sind, für die Musikszene prinzipiell gut eignet, war schon länger klar. Im Laufe eines Beteiligungsverfahrens hatten sich für die zukünftige Nutzung des zentralen Hauses Nummer 4  aber drei verschiedene Musik-Konzepte herauskristallisiert. Kultursenator Klaus Lederer hat sich jetzt für eines entschieden, das gemeinsam von der Deutschen Jazzunion, der IG Jazz Berlin und dem Musiker Till Brönner entwickelt wurde und auf der Idee des „House of Jazz“ von Brönner aus dem Jahr 2016 aufbaut. Ausdrücklich wird der Ort aber auch anderen Sparten der freien Musikszenen offenstehen, darunter  zeitgenössischen Musikgenres, experimenteller Popmusik oder transkultureller Musik. 

Die Jazzszene in Berlin ist, wie die Kulturverwaltung es charakterisiert, "divers und international hoch anerkannt, bisher aber vor allem dezentral organisiert. Sie präsentiert sich vor allem in kleinen, privatwirtschaftlich organisierten Spielstätten, die keine oder kaum öffentliche Förderung erhalten. Die Dezentralität und gleichzeitige Vernetzung der Szene soll durch die Schaffung einer neuen Institution gestärkt werde und der Kunstform Jazz in Berlin eine Verankerung geben, die seiner heutigen Bedeutung als Kunstform national wie international gerecht wird".  

Auch der Bund beteiligt sich 

Das Abgeordnetenhaus hatte im Mai 2018 beschlossen, die Alte Münze als Kultur- und Kreativstandort zu sichern und zu entwickeln. Für eine auf die zukünftige Nutzung hin ausgerichtete Sanierung und Erweiterung des Geländes stellt das Land Berlin insgesamt 35 Millionen Euro zur Verfügung. Auch der Bund wird sich mit insgesamt 12,5 Millionen Euro an der Entwicklung des "House of Jazz (Arbeitstitel) sowie zukünftig am Unterhalt beteiligen.

Über die Bespielung der weiteren Flächen der Alten Münze, die derzeit teilweise von den Spreewerkstätten und dem  Direktorenhaus, einem Museum für Kunst, Handwerk und Gewerbe, zwischengenutzt werden und deren "Raumtalente" im Beteiligungsverfahren ausgelotet wurden, ist noch nicht entschieden. Auch wie die unterschiedlichen Teile der Alten Münze am Ende betrieblich zusammengeführt werden, ist noch offen.

Wie Kultursenator Klaus Lederer am Montagnachmittag im Kulturausschuss des Abgeordnetenhauses sagte, kann er sich eine Struktur vorstellen, wie sie die Kulturbrauerei hat (ein zentral koordiniertes Miteinander selbständiger Teile) - "nur eben öffentlich". In jedem Fall äußerte er sich  sehr zufrieden darüber, dass dieses zentral gelegene Areal auch konzeptionell in der Verantwortung des Landes bleiben wird und nicht, wie von früheren Landesregierungen bereits beschlossen, privatisiert wurde. Die Sanierung und Erweiterung des Geländes wird voraussichtlich bis 2023 dauern.