Berlin - Glücklicherweise dürfen diesmal während der Kulturpause die Bibliotheken den Leihverkehr aufrechterhalten. Und die Buchhandlungen in ganz Deutschland, die in dieser Woche ihre Unabhängigkeit feiern, bleiben offen. Wer aber die Appelle der Regierung ernst nehmen will, verlässt das Haus nicht und bestellt seine Lektüre online.

In den USA, dem Mutterland von Amazon, gibt es seit diesem Jahr eine Buchhandelsplattform, Bookshop.org. Dass sie nun auch für Großbritannien online gehen soll, feiert der „Guardian“ als „revolutionären Moment in der Geschichte des Buchhandels“. Bookshop.org begann in den USA mit 250 Buchhandlungen und hat jetzt 900 Beteiligte. Andy Hunter, selbst Buchautor und Gründer von Bookshop, erzählt in der Online-Ausgabe der britischen Zeitung, dass viele Buchhandlungen mit hundertjähriger Tradition unter der Pandemie gelitten hätten, während der Konzern Amazon weiter gewachsen sei. Deshalb fand seine Idee schnell Zuspruch, „weil genügend Leute sich dessen bewusst sind, dass sie ihre geliebten Läden unterstützen müssen“. Die Betreiber der beteiligten Geschäfte liegen ihm quasi zu Füßen, in den Nachrichten an ihn heiße es immer wieder, er habe den Inhabern die Miete und die Krankenversicherung für dieses Jahr gerettet.

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