„Einzelkind zu sein, ist eine Krankheit für sich“, behauptete Granville Stanley Hall, der Präsident der ‚Psychological Association‘ im Jahr 1907: eine Vorstellung, die sich bis heute hält. Der Blick, der uns Einzelkinder trifft, wenn wir unser Einzelkind-Dasein offenbaren, ist oft eine Mischung aus Neugier und Misstrauen. Als würden wir den Erreger angeblicher Einzelkind-Macken – narzisstische Selbstbezüglichkeit, Rechthaberei, Perfektionismus, geradezu aufdringliche Anflüge von Genialität – in uns tragen wie einen Virus.

„An Only Child“ alias Quenton Stuckey knüpft namensmäßig zwar ans Einzelkind-Dasein an. Seine Musik klingt jedoch alles andere als aufdringlich oder narzisstisch. Spuren von Genialität und Perfektion hingegen dringen tatsächlich aus den Songs seines kürzlich erschienenen Debut-Albums „Prepare The Body“. Es ist ein herrlich-elegisches Musikfeuerwerk, das melancholisch-zerfließenden Soul und sinnlichen R&B eklektisch verschmelzen lässt mit spektakulären Gitarrenriffs, flächigen Beats, experimentellen Ekektro-Echos und einer atemberaubend-tröstlichen Lead-Stimme. 

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