Es ist kein Glück, eine solche Geschichte als poetisches Hinterland zu haben. Aber es ist ein Glück, wenn einer wie André Herzberg sie sich von der Seele schreiben kann. Ganz krank war er geworden: An sich und der Welt, die ihn doch auf der Seite der Sieger einsortiert hatte. Bis der Rockstar aus dem Himmel des Erfolgs mit seiner Band Pankow in das tiefe Loch einer lange anhaltenden Depression fiel. Die Puhdys, City, Karat – alle sind durchgekommen, Herzberg hat das Talent gefehlt, im neuen Strom des vereinten Deutschlands zu schwimmen.

Armut, Verzweiflung, Lebensangst hat Herzberg erfahren, nachdem das DDR-Land abgebrannt war, sämtlich Dinge, die jenen, über die er nun in „Alle Nähe fern“ geschrieben hat, aus anderen, schlimmen Zeiten vertraut waren. Man vermutet wohl nicht zu Unrecht Züge der Angehörigen des Autors bei seinen Romanfiguren Heinrich und Rosa, Lea und Paul. Sie sind neben dem Ich-Erzähler die tragischen Helden seines Buches und stehen beispielhaft für die Geschichte des jüdischen Lebens im Deutschland des 20. Jahrhunderts.

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