BerlinKein Tannenduft. Nur künstliche Erinnerung an echte Christbäume. Künstlichkeit ist Kunstkonzept in dieser Inszenierung, deren Ästhetik auf Nachdenken und auf Emotion zielt. Die Bäumchen leuchten aus Lichtkästen entlang des Kirchgenschiffs von St. Matthäus am Berliner Kulturforum. Niedliche mit roten Kerzen, üppig Geschmückte oder wie von Kinderhänden Behangene, mit Bommeln wie bunte Schneebälle. Weiter hinten ein völlig Leeres, ein Bäumchen, das keiner schmücken wollte, weil die Trauer es nicht zuließ.

Bis vor wenigen Tagen lagen in den Lichtkästen noch lebensgroße Fotos der Helden von Tschernobyl, wie in Sarkophagen. Der Berliner Fotokünstler Andreas Mühe nennt seine zeitlich gestaffelte, Mitte September gestartete Schau „Hagiographie Biorobotica“ (die Berliner Zeitung berichtete). Er widmet sie jenen Tausenden – es waren um die 500.000 – namenlosen Helden, die 1986 den Höllenbrand löschten und seitdem versuchten, die Folgen der Reaktorkatastrophe in der Ukraine zu mildern.

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