An der Galeriewand hängen Straßenschilder – mit zart angedeuteter Abschlepp-Droh-Symbolik. Im Brecht’schen Prosaversmaß sind auf den weiß-roten Emaille-Schildern vage Freundschaftserklärungen gesetzt. Der Lkw macht das joviale Angebot, den Pkw möglicherweise zu akzeptieren – sofern dieser sich verbeugen würde. Und der Pkw räumt ein, unter bestimmten Bedingungen (Wasserverkauf!), sogar abzusteigen.

Dieser vorsichtige Dialog, der wohl von der Utopie genährt wurde, die sich für gewöhnlich auf deutschen Straßen und auch außerhalb grimmig die Straßenseiten abjagenden PS-Maschinen würden sich harmonisch einigen, endet auf Schild Nr. 3 in einer Annäherung, die besagen könnte, die Straße (dargestellt als Strich) biete doch Platz für beide. Aber es kommt, wie es kommen muss: Der Stärkere schleppt den Schwächeren ab. Der sich sowas Brecht’sches ausgedacht hat, heißt Andreas Slominski, geboren 1959 in Meppen, und er lebt in Werder/Havel, hat da sein Atelier in einer alten Fabrik. Von da fährt er am liebsten – weil staulos – mit dem Zug nach Berlin und auch nach Hamburg, wo er einst, nach etlichen Philosophie-Semestern – an der Kunsthochschule studierte und nun seit Jahren lehrt.

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