Aus Polen erreicht uns die Nachricht, dass der Schauspieler Wojciech Pszoniak gestorben ist. Geboren 1942 in Lemberg, gehörte er seit „Die Hochzeit“ (1972) zu den bevorzugten Akteuren im Ensemble des Regisseurs Andrzej Wajda. Sein jüdischer Fabrikant Moryc Welt in „Das gelobte Land“ (1974), der im späten 19. Jahrhundert gemeinsam mit einem deutschen und einem polnischen Freund eine Textilfabrik in Lodz aufbaut, war ein einziger nervöser Kraftakt. Eher leise spielte er in „Korczak“ (1990) den Arzt und Pädagogen, der mit seinen Schützlingen in die Güterwaggons nach Treblinka steigt.

Unvergessen bleibt wohl vor allem Pszoniaks Robespierre in „Danton“ (1983), den Wajda unmittelbar nach Verhängung des polnischen Kriegsrechts drehte. Wajda legte den historischen Stoff als Parabel an, reflektierte über mögliche Wege der Revolution, hin zur Befriedung des Landes oder mitten hinein in Terror und Gewalt. Der vitale, kraftvolle und schlagfertige Danton (Gérard Depardieu), der allen Freuden des Lebens zugeneigt ist, und der eiskalte Robespierre, der sich in einen Blutrausch steigert, nur um die reine Lehre zu bewahren, werden zu Antagonisten.

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