Ron Jeremy, 67, muss sich wegen weiterer Vorwürfe von Vergewaltigung und sexuellen Übergriffen vor Gericht verantworten. Gegen den bekannten Pornodarsteller hatte die Staatsanwaltschaft in Los Angeles bereits im Juni und August die Vorwürfe von 17 Frauen vorgebracht. Jetzt wurde die Anklage gegen den Amerikaner um sechs Fälle erweitert, wie die Behörde am Mittwoch mitteilte. Jeremy soll demnach am 14. Dezember zu einer Vorverhandlung erscheinen. Er selbst plädierte auf „nicht schuldig“ und blieb damit bei seiner Linie: In den vergangenen Jahren wurden ihm immer wieder sexuelle Übergriffe vorgeworfen, darunter auch von Kolleginnen aus der Sexfilm-Branche, doch er stritt die Schilderungen der Frauen stets ab.

Unter den jetzt insgesamt 23 mutmaßlichen Opfern ist auch ein 15-jähriges Mädchen. Die Übergriffe, darunter Vergewaltigung und sexuelle Nötigung, sollen sich in Clubs, Hotels, Privathäusern und bei Fototerminen zwischen 1996 und 2020 ereignet haben. Laut Staatsanwaltschaft drohen im Fall eines Schuldspruchs in allen Vorwürfen mehr als 330 Jahre Haft. Jeremy, mit bürgerlichem Namen Ronald Jeremy Hyatt, zählt zu den bekannten Figuren der Porno-Branche. Er hat in mehr als 1000 Sexfilmen mitgespielt. 2007 brachte er eine Autobiografie mit dem Titel „Ein Mann und viertausend Frauen“ heraus. Darin bezeichnete er sich als sexbesessen.

Die Welle der Gewalt- und Übergriffsvorwürfe gegen Prominente der Unterhaltungsbranche hatte mit dem Fall des Hollywoodmoguls Harvey Weinstein begonnen. Das Bekanntwerden der Anschuldigungen gegen Weinstein löste im Herbst 2017 die weltweite MeToo-Bewegung gegen sexuelle Gewalt gegen Frauen aus. Weinstein wurde im März zu 23 Jahren Haft verurteilt.

Gérard Depardieu, 71, sieht sich erneut mit Vergewaltigungsvorwürfen konfrontiert. Die französische Justiz habe Vorermittlungen gegen den Schauspieler aufgenommen, hat die Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch aus Justizkreisen erfahren. Erste Ermittlungen waren im Juni vergangenen Jahres eingestellt worden. Es sei nicht möglich gewesen, durch die Untersuchungen Straftaten zu belegen, hieß es damals. Die Pariser Staatsanwaltschaft hatte im August 2018 eine Untersuchung wegen mutmaßlicher Vergewaltigungen und sexueller Übergriffe eingeleitet. Grundlage war die Anzeige einer jungen Schauspielerin. Depardieu weist nach wie vor alle Vorwürfe zurück.

Schauspieler Gerard Depardieu wird von einer jungen Schauspielerin der Vergewaltigung bezichtigt.
Foto: dpa/Thierry Roge

Es wurde nun eine neue Anzeige gestellt, verbunden mit einer sogenannten Nebenklage („constitution de partie civile“), wie es aus den Justizkreisen hieß. Es sei nun mit den neuen Vorermittlungen ein durchaus gängiges Verfahren gewählt worden, hieß es weiter. Die Verteidigung Depardieus gab sich unterdessen gelassen: Er sei nicht über die Benennung eines Ermittlungsrichters informiert worden, zitierte die Nachrichtenagentur AFP den Anwalt des Stars, Hervé Témime. „Das ist ein Nicht-Ereignis, (da) es sich um eine automatische Entscheidung handelt“, sagte der Jurist.

Peter Lundgren, 57, ist noch einmal davongekommen. Der Schwede sitzt für die rechtspopulistische Partei Sverigedemokraterna im Straßburger EU-Parlament, nun wurde er von einem Gericht vom Vorwurf der sexuellen Belästigung freigesprochen. Kurz vor der Europawahl 2019 waren gegen den Spitzenkandidaten der Schwedendemokraten Voruntersuchungen eingeleitet worden. Der Staatsanwaltschaft zufolge soll er einer Parteikollegin im Zuge einer Parteiveranstaltung in einem Hotelzimmer im März 2018 an die Brust gefasst haben. Lundgren räumte das zwar ein, stritt vor Gericht aber ein „straffälliges Verhalten“ ab. Die Frau sagte demnach, die Anklage gegen Lundgren sei gegen ihren Willen geschehen.

Wie auch immer: Nach Prüfung aller Beweismittel in dem Fall kam das Gericht im schwedischen Jönköping am Mittwoch einstimmig zu dem Schluss, dass es sehr unklar sei, ob, in welcher Weise und unter welchen Voraussetzungen der Politiker die Frau berührt habe und ob diese Handlung in irgendeiner Form als belästigend bezeichnet werden könne.