Anja Caspary zeigt sich gern, wie sie ist: Hier ohne Brüste und einzig mit Lederjacke und Jeans bekleidet.
Foto: Annette Apel

BerlinEs ist eine Leidensgeschichte und eine Liebesgeschichte zugleich. Anja Caspary litt 2015 an Brustkrebs, beide Brüste wurden ihr entfernt. Wenige Monate später bekam ihr Mann Hagen Liebing – einst Bassist bei Die Ärzte und Musikredakteur beim Stadtmagazin Tip – dann mehrere Hirntumore. Eine Bestrahlung half nicht, er starb im Jahr 2016. Da waren beide gerade mal um die 50 Jahre alt und noch wie am ersten Tag verliebt. Dennoch hat Caspary weitergemacht – bei Radioeins vom Rundfunk Berlin-Brandenburg, wo sie als Musikchefin tätig ist, als Mutter zweier Kinder, als die in Berlin bekannte lebensfrohe Blondine, die gerne Motorrad fährt und auf Partys geht. Leicht fiel ihr es jedoch nicht und fällt es ihr immer noch nicht. In ihrem gerade erschienen Buch „In meinem Herzen steckt ein Speer“ (Ullstein) schildert sie ihre Leidensgeschichte ungewohnt ehrlich und detailreich. Die Urne ihres Mannes und seine Fotos im Wohnzimmer erinnern sie noch heute an die schicksalhaften Tage. Als wir sie anrufen, ist sie zu Hause. Es ist Sonntag.

Frau Caspary, als ich „In meinem Herzen steckt ein Speer“ gelesen habe, musste ich weinen.

Lesen Sie doch weiter

Erhalten Sie unbegrenzt Zugang zu allen Online-Artikeln der Berliner Zeitung für nur 9,99 € im Monatsabo.

Jetzt abonnieren

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Oder das E-Paper? Hier geht’s zum Abo Shop.