Frau Rützel, wer hat Sie diese Woche wütend gemacht?

Niko Griesert, der Ex-Ex-„Bachelor“, allerdings nur indirekt. Wütend bin ich auf die Fernsehmacher, die ihn offensichtlich in ein völlig falsches TV-Format gesteckt haben. Ich fand nämlich nicht alles so dolle, was er als zaudernder Rosenbalzer so getrieben hat (alleine sein Michelle-Verschiebespielchen, Connaisseure wissen Bescheid).

Allerdings empfinde ich stetig wachsende Sympathie für ihn, wenn ich in seinen Insta-Storys sehe, wie er mit Tieren umgeht: Er und Michelle (mit der er immer noch zusammen ist) haben vorbildlich eine Hündin aus dem Tierschutz adoptiert und sehr lieb an ihr neues Leben gewöhnt. Und vergangene Woche haben beide nun extrem einfühlsam einen Maulwurf eingefangen, den eine der beiden Katzen des Paars lebendig in die Wohnung geschleppt hatte. Als Dackelor oder Barschelor hätte ich Niko Griesert wahrscheinlich sofort in mein Herz geschlossen.

anja rützel
Anja Rützel und Hund Juri

Wie steht es mit Ihrer Sympathie für Ryan Gosling? Der versucht es nun auch mit einer Rolle, die nicht unbedingt seinem Markenkern entspricht:   Er wird in einem für nächsten Sommer angekündigten „Barbie“-Film den Ken spielen.

Ich muss zugeben: Ich war extrem gehypt, als nun das erste Bild von ihm veröffentlicht wurde, das ihn als superblondierten Grinsemann in angefranster Jeansweste zeigte. Natürlich mochte ich ihn auch als brodelgefühligen Fahrer in „Drive“ (und kaufe mir irgendwann echt noch so eine Satinjacke mit Skorpion hintendrauf), und generell gilt ja unbedingt und unrüttelbar das Gesetz, dass Gosling gar nichts falsch machen kann. Obwohl ich in den meisten Fällen unangenehm berührt bin, wenn sich Schauspieler auch untenrum frei machen, hoffe ich für den „Barbie“-Film auf mindestens eine explizite Nacktszene, weil ich zu gerne sehen möchte, wie sie die bestürzende Genitallosigkeit des Plastik-Kens auf den Menschen-Ken übertragen.

Zurück zu realer Dramatik: Auch nach dem Urteilsschluss im Gerichtsverfahren von Johnny Depp und Amber Heard ist das Thema immer noch nicht abgeschlossen. Bleiben Sie weiter dran?

Ja, denn es hilft ja nichts. In ihrem ersten Interview nach dem Urteil hat Heard beim Fernsehsender NBC jetzt unter anderem auch ihre Vorwürfe gegen Depp erneuert: Er habe sie geschlagen und vor Gericht gelogen, dabei blieb sie und zeigte einen Ordner mit Notizen, die bis 2011 zurückreichen: Sie sollen von ihrem Arzt stammen, dem sie sich als Missbrauchsopfer anvertraut habe, doch im Gerichtsprozess wurde dieser Ordner nicht als glaubwürdiges Beweisstück akzeptiert. Ich denke, dieser Fall wird uns noch eine ganze Weile beschäftigen. Natürlich könnte ich mir erbaulichere Promisommerthemen vorstellen. Aber Amber Heard wahrscheinlich auch.

Um eventuelle gerichtliche Scharmützel in der Zukunft zu vermeiden, hat zumindest Britney Spears vorgesorgt: Bevor sie letztens ihren langjährigen Freund Sam Asghari heiratete, hat sie ihr Vermögen mit einem strengen Ehevertrag abgesichert.

Ich finde das sehr gut und beruhigend, immerhin werden ihre Reserven auf 60 Millionen Dollar geschätzt, und diese sogenannten vorehelichen Finanzen bleiben auch im Fall einer Trennung bei ihr. Bei der Verlobung im Herbst machte Asghari noch Witze, dass er die treibende Kraft hinter dem Klauselwerk gewesen sei: „Natürlich haben wir einen Ehevertrag, damit ich meinen Jeep und meine Schuhsammlung schützen kann, wenn sie mich irgendwann verlässt.“ Interessanter als der Ehevertrag ist gerade allerdings der Umstand, dass Britney – mal wieder – ihr Instagramkonto deaktiviert oder gelöscht hat. Hoffentlich nimmt sie sich nur eine kleine Auszeit für die Flitterwochen.

Was macht eigentlich Helene Fischer?

Wie so oft weiß man das gerade nicht genau. Ich könnte mir aber extrem gut vorstellen, dass sie – inspiriert von Niko Grieserts Maulwurfjagd – auch schon über einem eigenen Tier-TV-Format brütet. Ich würde ihr gerne „Helenes Störechöre“ pitchen, eine Castingshow für singende Knochenfische.

Die Fragen stellte Christian Seidl.


Anja Rützel ist freie Autorin und schreibt vor allem über Fernsehen und Tiere. Für die Berliner Zeitung am Wochenende beobachtet sie die wunderliche Welt der Promis.