BerlinOb in der Literatur schon mal der Begriff „Unterhautfettgewebe“ vorgekommen ist? Es könnte sein, dass Anke Stelling die Erste ist, die ihn benutzt – in ihrem Band „Grundlagenforschung“, der zum Teil bereits erschienene Erzählungen versammelt und nun auf unheimliche Art miteinander verbindet. „Woher die Tochter ihren Gleichmut nahm? Vielleicht aus dem noch vorhandenen Unterhautfettgewebe. Claudia ging ins Bad und starrte in den Spiegel.“ Der Spiegel – könnte er sprechen – würde, was Claudia angeht, demoralisierende Kommentare abgeben. Denn schwindet das Unterhautfettgewebe – bei Anke Stelling wie im wirklichen Leben vor allem ein Frauenproblem –, kommen die Augenringe, Hängebacken, Hohlwangen.

Claudia ist eine dieser Anke-Stelling-Figuren aus einer entzauberten Lebenswelt, die die Autorin schon in „Bodentiefe Fenster“ und zuletzt in „Schäfchen im Trockenen“ unters Mikroskop gelegt hat. Diese Welt oszilliert zwischen dem Prenzlauer Berg, dem Schwabenland, einem Ferienhaus in den Vogesen. Es könnte auch die Uckermark sein, natürlich.

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