Ein Gemälde erscheint auf der Leinwand. Die Personen darauf sind gut zu erkennen. Durch die Lebendigkeit der Gesichter sieht das Gemälde aus wie von heute, zugleich lassen es die gedeckten Farben des Interieurs und der Goldrahmen wie aus vergangener Zeit wirken. Das Wort Bohème passt zu dieser Gesellschaft. Es ist eine gut situierte Familie. Aus diesem Gemälde holt der Film „Familie Brasch“ nach und nach seine Figuren, gibt einen Namen vor, der für ein Kapitel der Betrachtung steht. Horst ist der erste.

Horst Brasch (1922−1989), als jüdisches Kind 1939 nach London gelangt, wird Mitbegründer der FDJ Großbritanniens, geht nach dem Krieg in die Sowjetische Besatzungszone und steigt schnell in der SED auf, bis zum stellvertretenden Kulturminister. Dass er seinen Sohn Thomas an die Behörden verrät, als der Flugblätter gegen den Einzug der Panzer des Warschauer Pakts in Prag verteilt, verhindert nicht, dass seine Karriere einen deutlichen Knick bekommt. So war das in der DDR.

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