Die Autorin Annette Mingels.
Foto:  Hendrik Lüders

Dass deutsche Leser das kurze Format nicht mögen, ist ein weitverbreitetes Vorurteil. Vor allem wohl bei Verlegern. Also nennt der Verlag Annette Mingels’ neues Buch einfach einen Roman, nummeriert die Geschichten durch, so als handele es sich um Kapitel, 15 an der Zahl. Dabei sind das doch Kurzgeschichten, von denen man sagen könnte, dass die Amerikaner sie erfunden haben. Es kann also kein Zufall sein, dass Annette Mingels – kaum ist sie nach San Francisco gezogen – sich daran versucht. Nur dass sie den Sprung ins neue Genre insofern tatsächlich abgefedert hat, als all ihre Geschichten am selben Ort spielen und einige Personen in mehreren Geschichten vorkommen. Auch wenn man das erst gar nicht begreift, weil die Perspektive jeweils eine andere ist oder man einen Namen schon fast wieder vergessen hat. Manchmal blättert man dann zurück, aber man kann es auch lassen, wenn es einen zu sehr anstrengt. Man braucht den Zusammenhang nicht. Jede Geschichte steht für sich.

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